Wer einen Hund hat, kennt vermutlich so einige ungewöhnliche Gerüche des Vierbeiners. Doch ausgerechnet an den Pfoten wartet bei vielen Fellnasen eine Überraschung: Sie können tatsächlich nach frischem Popcorn oder Maischips riechen. Was zunächst ziemlich kurios klingt, hat eine ganz natürliche Erklärung.
Zwischen den Zehen und Ballen eines Hundes herrschen ideale Bedingungen für verschiedene Mikroorganismen. Dort ist es warm, dunkel und häufig etwas feucht. Auf der Haut leben deshalb unter anderem Bakterien und Hefepilze – und genau diese können für den charakteristischen Duft verantwortlich sein. Das bedeutet jedoch nicht automatisch, dass mit dem Vierbeiner etwas nicht stimmt.
Bakterien sorgen für den Popcorn-Geruch
Eine wichtige Rolle spielen dabei unter anderem Bakterien der Gattungen Proteus und Pseudomonas. Zusammen mit Hefepilzen gehören sie zur natürlichen Mikroflora der Hundepfoten. Die Stoffwechselprodukte der Mikroorganismen können einen süßlichen Geruch entwickeln, den viele Menschen mit Popcorn oder Maischips vergleichen.
Die Bereiche zwischen Ballen und Zehen sind für Mikroorganismen besonders attraktiv: Dort gibt es wenig Luftzirkulation und gleichzeitig ausreichend Feuchtigkeit, wie „Petbook“ berichtet. Welche Mikroorganismen sich dort befinden, beeinflusst letztlich auch den individuellen Geruch der Pfoten.
Hinzu kommt, dass Hunde über ihre Pfoten Schweiß abgeben können. Die Feuchtigkeit schafft zusätzliche Bedingungen, unter denen sich die dort ohnehin vorkommenden Mikroorganismen wohlfühlen. Wie intensiv der typische Duft wahrgenommen wird, kann deshalb von Hund zu Hund unterschiedlich sein.
In den USA ist das Phänomen sogar so bekannt, dass dafür ein eigener Ausdruck existiert: „Frito Feet“. Der Name lehnt sich an die dort beliebten Maischips der Marke Fritos an. Wer den ungewöhnlichen Geruch bei seinem Hund zum ersten Mal bemerkt, muss deshalb nicht gleich beunruhigt sein.
Wann sollte man genauer hinschauen?
Ein leichter Popcorn-Geruch ist normalerweise kein Grund zur Sorge. Anders sieht es aus, wenn sich der Duft plötzlich stark verändert oder die Pfoten extrem beziehungsweise faulig riechen. Auch Rötungen, Schwellungen oder andere Veränderungen können auf eine Entzündung oder Infektion hinweisen. Leckt oder knabbert der Hund auffällig häufig an seinen Pfoten, sollte man ebenfalls genauer hinsehen. In solchen Fällen sollte man die Ursache tierärztlich abklären lassen.
Damit die Pfoten gesund bleiben, können Verschmutzungen nach einem Spaziergang vorsichtig entfernt werden. Ein feuchtes Tuch oder etwas lauwarmes Wasser reichen dafür häufig aus. Anschließend sollten insbesondere die Bereiche zwischen den Zehen nicht dauerhaft feucht bleiben.
Von Parfüm oder Deodorant sollte man dagegen unbedingt die Finger lassen: Solche Produkte können die empfindliche Haut reizen und problematisch werden, wenn der Hund sie anschließend ableckt.
Der ungewöhnliche Popcorn-Duft ist also in den meisten Fällen nichts Beunruhigendes – sondern schlicht ein ganz natürlicher Nebeneffekt der tierischen Pfotenflora.
Quellen: Petbook, Zooplus Magazin















































