Ob Einkaufstüte, Verpackungsfolie oder Beutel: Manche Katzen scheinen von Plastik geradezu magisch angezogen zu werden. Sie schnuppern daran, lecken ausgiebig darüber oder beginnen sogar, darauf herumzukauen. Das sieht zunächst nach einer weiteren kuriosen Katzen-Marotte aus. Dahinter können jedoch ganz unterschiedliche Gründe stecken – und in bestimmten Fällen kann das Verhalten sogar gefährlich werden.
Katzen erkunden ihre Umgebung nicht nur mit Augen und Nase, sondern auch mit dem Maul. Gerade junge Tiere knabbern deshalb gerne Gegenstände an. Kunststoff kann dabei besonders interessant sein: Plastik raschelt, fühlt sich ungewöhnlich an und bewegt sich beim Spielen. Das kann den Jagd- und Spieltrieb wecken.
Auch Gerüche können eine Rolle spielen. Hat sich beispielsweise zuvor Essen in einer Tüte befunden, können für die feine Katzennase noch interessante Duftspuren vorhanden sein. Was für Menschen längst geruchlos erscheint, kann für einen Stubentiger also durchaus noch spannend sein.
Langeweile und Stress können dahinterstecken
Doch nicht immer ist reine Neugier die Erklärung. Häufiges Kauen auf Gegenständen kann auch mit Langeweile oder Stress zusammenhängen, wie „Petbook“ berichtet. Einige Katzen entwickeln bestimmte Verhaltensweisen, um sich selbst zu beschäftigen oder zu beruhigen. Regelmäßige Spielzeiten, ausreichend Beschäftigung und geeignete Katzenspielzeuge können helfen, wenn der Stubentiger schlicht nach einem zusätzlichen Zeitvertreib sucht.
Aufmerksam sollten Katzenhalter werden, wenn das Tier Plastik nicht nur ableckt, sondern regelmäßig Stücke davon abbeißt oder sogar verschluckt. Dahinter kann eine sogenannte Pica stecken. Dabei nehmen Tiere Dinge zu sich, die eigentlich nicht zum Fressen bestimmt sind. Als mögliche Ursachen kommen neben Verhaltensproblemen auch verschiedene körperliche Erkrankungen oder Mangelzustände infrage. Tritt das Verhalten plötzlich oder besonders häufig auf, ist eine tierärztliche Abklärung deshalb sinnvoll.
Verschlucktes Plastik kann zum Notfall werden
Denn spätestens beim Verschlucken hört der Spaß auf. Kleinere Kunststoffteile können zwar unter Umständen den Verdauungstrakt passieren, darauf verlassen sollte man sich jedoch keinesfalls. Fremdkörper können im Magen oder Darm stecken bleiben und schlimmstenfalls einen Darmverschluss verursachen.
Warnzeichen können unter anderem Erbrechen, fehlender Appetit, Bauchschmerzen, Verstopfung, Durchfall oder auffällige Teilnahmslosigkeit sein. Zeigt eine Katze nach dem Verschlucken von Plastik solche Beschwerden, sollte schnell tierärztlicher Rat eingeholt werden.
Am besten ist deshalb Vorbeugung: Plastiktüten, Verpackungsfolien und andere leicht zerbeißbare Kunststoffteile sollten nicht frei herumliegen. Gelegentliches Ablecken einer Tüte muss noch kein Grund zur Sorge sein. Macht sich die Katze jedoch regelmäßig über Plastik her oder frisst sogar Teile davon, sollte die vermeintlich harmlose Marotte ernst genommen werden.
Quellen: Petbook, katzen-fieber.de, PetMD

















































