Plötzlich fallen während des Fluges die Sauerstoffmasken aus der Kabinendecke – ein Szenario, das wohl bei jedem Passagier für einen gehörigen Schreck sorgen dürfte. Bei einem Druckabfall sollen sie die Sauerstoffversorgung sicherstellen. Doch die Masken halten jedoch nur wenige Minuten. Und noch ein Detail dürfte viele Passagiere überraschen: Der Sauerstoff kommt bei vielen Maschinen nicht aus einer klassischen Sauerstoffflasche.
Kommt es in großer Flughöhe zu einem deutlichen Druckverlust in der Kabine, können die Sauerstoffmasken automatisch aus der Decke fallen. Das ist notwendig, weil der menschliche Körper in großer Höhe schnell nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff versorgt werden kann. Im schlimmsten Fall droht Bewusstlosigkeit.
Doch woher kommt eigentlich der Sauerstoff? In vielen Verkehrsflugzeugen befinden sich über den Sitzen sogenannte chemische Sauerstoffgeneratoren. Zieht ein Passagier die heruntergefallene Maske zu sich, wird dadurch bei entsprechenden Systemen der Generator aktiviert.
Im Inneren startet anschließend eine chemische Reaktion. Dabei wird tatsächlich Sauerstoff freigesetzt, der über einen Schlauch zur Maske gelangt. Es handelt sich also durchaus um Sauerstoff – nur lagert dieser zuvor nicht einfach als Gas in einer großen Flasche. Die Technik spart unter anderem Gewicht und Platz.
So lange reicht der Sauerstoff wirklich
Einen unbegrenzten Vorrat gibt es allerdings nicht. Je nach System und Flugzeug kann die Versorgung unterschiedlich lange funktionieren. Bei chemischen Generatoren sind beispielsweise Systeme für rund zwölf Minuten verbreitet, andere können deutlich länger ausgelegt sein. Untersuchungen zu Verkehrsflugzeugen nennen je nach System etwa zehn bis 20 Minuten.

Das klingt zunächst beunruhigend kurz. Die Masken müssen die Passagiere jedoch normalerweise nicht bis zur Landung versorgen. Bei einem Druckverlust leiten die Piloten einen schnellen Notabstieg ein. Die Sauerstoffversorgung soll die Zeit überbrücken, bis das Flugzeug eine Höhe erreicht hat, in der wieder ausreichend Sauerstoff zum Atmen vorhanden ist.
Europäische Vorschriften richten die erforderlichen Sauerstoffmengen deshalb unter anderem danach aus, wie schnell ein Flugzeug nach einem Druckverlust auf eine sichere Höhe sinken kann. Noch ein kurioses Detail: Bei der chemischen Erzeugung entsteht erhebliche Hitze. Ist die Reaktion einmal gestartet, kann sie außerdem nicht ohne Weiteres wieder gestoppt werden.
So benutzt man die Sauerstoffmaske im Flugzeug richtig
Im Ernstfall zählt deshalb jede Sekunde. Fällt eine Maske aus der Decke, sollte sie zu sich gezogen, über Mund und Nase gesetzt und mit dem Band befestigt werden. Auch wenn sich der Beutel nicht sichtbar aufbläht, kann Sauerstoff fließen. Vor allem gilt die bekannte Sicherheitsregel: Zuerst die eigene Maske aufsetzen und erst danach Kindern oder anderen Menschen helfen.

















































