Beim Einstieg ins Flugzeug werden Passagiere von der Besatzung freundlich begrüßt. Hinter diesem Ritual steckt jedoch weit mehr als bloße Höflichkeit – und es hat längst nicht nur mit gutem Service zu tun.
Schon beim Betreten der Kabine beginnt für viele Reisende die Erfahrung an Bord auf angenehme Weise. Gleichzeitig nimmt die Crew die Passagiere genau in Augenschein – ein Vorgang, der vor allem sicherheitsrelevant ist.
„Wir stehen in der Tür, damit wir im Fall eines Notfalls evakuieren können“
„Wir stehen in der Tür, damit wir im Fall eines Notfalls evakuieren können“, verriet Flugbegleiterin Michelle P. (Name geändert, Anm. d. Red.) gegenüber dem Reiseportal „Travelbook“. Kommt aus dem Cockpit die Aufforderung zur sofortigen Evakuierung, kann die Crew direkt an der Tür schnell reagieren. Auch an den Notausgängen im Flugzeug müssen Crew-Mitglieder positioniert sein – und zwar so lange, bis alle Passagiere ihre Plätze eingenommen haben. Denn im Ernstfall können auch diese Türen für die Evakuierung genutzt werden.
Das sind die weiteren Aufgaben der Crew beim Einstieg
Darüber hinaus erfüllt die Crew beim Boarding weitere wichtige Aufgaben. So bietet sich hier die letzte Gelegenheit, zu großes Handgepäck zu identifizieren, das am Gate möglicherweise unbemerkt geblieben ist. Ebenso kann auf auffälliges oder unerwünschtes Verhalten reagiert werden – etwa wenn ein Passagier stark alkoholisiert erscheint. In solchen Fällen beobachten die Flugbegleiter die betreffende Person genauer und können ihr im Extremfall den Flug verwehren. Aus Sicht der Sicherheit stellt ein solcher Passagier ein erhöhtes Risiko an Bord dar.
Die Vorschriften sind eindeutig: Innerhalb von 90 Sekunden müssen alle Passagierinnen und Passagiere die Kabine über die Notausgänge verlassen können. Mit einem betrunkenen Fluggast wäre dies kaum zu gewährleisten. Umgekehrt achten die Crew-Mitglieder auch auf körperlich fitte Personen, die im Ernstfall unterstützend eingreifen könnten. Wirkt ein Passagier hingegen sehr ängstlich oder panisch, etwa aufgrund von Flugangst, ist er vermutlich weniger geeignet, im Notfall zu helfen. Diese Einschätzungen erfolgen unauffällig – oft begleitet von einem kurzen Lächeln.
Auch wenn die Sicherheit oberste Priorität hat, spielt der Service weiterhin eine wichtige Rolle. Beim Einstieg können Passagiere Fragen stellen oder kurzfristige Anliegen vorbringen, die bei der Buchung nicht berücksichtigt wurden. Zudem weist die Crew den Reisenden ihre Sitzreihen zu und sorgt so für einen reibungslosen Ablauf beim Boarding.
Ein verbreiteter Irrglaube hält sich dennoch hartnäckig: Manche Passagiere gehen davon aus, dass die Crew beim Einstieg alle Gäste durchzählt. Tatsächlich gehört dies jedoch nicht zu ihren Aufgaben. Laut Flugbegleiterin Michelle P. ist das „Quatsch“ – zumindest bei der Airline, für die sie tätig war. „Nur wenn etwa in der Business-Class ein Platz besetzt wird, der eigentlich frei sein sollte, dann checken wir gegen“, erklärt sie.


















































