Es ist nur ein kleiner Anhänger – aber dieser hat eine große Wirkung. Wer ein grünes Schlüsselband mit Sonnenblumen-Motiv an einem Flughafen trägt, bittet um Rücksicht – ganz ohne Worte. Immer mehr Flughäfen beteiligen sich an dem „Sunflower-Programm“ – aber was steckt eigentlich genau dahinter?
Für Menschen mit Autismus, Angststörungen oder anderen nicht sichtbaren Einschränkungen kann der Aufenthalt am Flughafen zur Belastungsprobe werden. Denn schließlich ist die Zeit am Airport mit Warten, aber auch Stress verbunden – vom Check-In, bis hin zur Sicherheitskontrolle und dem Boarding.
Das hat es mit dem „Hidden Disabilities Sunflower“-Programm an Flughäfen auf sich
Immer mehr Flughäfen setzen auf das sogenannte „Hidden Disabilities Sunflower“-Programm. Wer also ein Schlüsselband mit einer Sonnenblume trägt, signalisiert damit den Mitarbeitern am Airport: Der Reisende hat eine nicht sichtbare Beeinträchtigung und benötigt mehr Hilfe, Geduld und auch Verständnis, wenn auf Anhieb nicht alles sofort klappt oder länger dauert.
Auch immer mehr deutsche Flughäfen beteiligen sich an dem Programm – dazu zählt unter anderem der Flughafen BER. Das Band ist laut dem Airport an allen Fluggastinformationen in den Terminals 1 und 2 sowie beim Mobility Service erhältlich.
„Mit der Einführung des Sunflower-Umhängebandes geben wir vielen Menschen die Möglichkeit, nonverbal und eindeutig ihren Wunsch nach Hilfe beim Reisen zu signalisieren. So vereinfachen wir das Reisen vom BER und schaffen ein neues Verständnis füreinander. Ich bin davon überzeugt, dass das Sunflower-Band das Reiseerlebnis vieler unserer Fluggäste nachhaltig positiv prägen wird“, sagt Thomas Hoff Anderson, Geschäftsführer Operations der Flughafen Berlin Brandenburg GmbH, laut einer Mitteilung.
Für Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen ist es oftmals eine große Herausforderung, sich von einem Ort zum anderen oder durch Räume oder Plätze mit vielen Menschen zu bewegen. Dazu zählen vor allem Flughäfen. Das Spektrum der nicht sichtbaren Einschränkungen ist breit – diese können körperliche, geistige oder neurologische Beeinträchtigungen mit sich bringen und umfassen unter anderem Autismus sowie ADHS, kognitive Beschränkungen wie Lernschwierigkeiten und Demenz.
Auch psychische Erkrankungen und Sprach-, Seh- oder Hörbeeinträchtigungen. Dazu gehören Atemwegserkrankungen und chronische Krankheiten wie Asthma, Diabetes, chronische Schmerzen und Schlafstörungen. Zwar sind diese Belastungen nicht sichtbar, aber sie können das Leben einschränken.
Das Sunflower-Umhängeband wurde 2016 als Symbol für nicht sichtbare Beeinträchtigungen eingeführt. Das Unternehmen „Hidden Disabilities Sunflower“ wurde im Vereinigten Königreich als Reaktion auf die schnell wachsende Nachfrage nach Unterstützung für Menschen mit nicht sichtbaren Einschränkungen gegründet. Das Sunflower-Programm ist international längst etabliert: Inzwischen beteiligen sich über 320 Flughäfen in 70 Ländern an der Initiative.


















































