40 Prozent – und trotzdem die absolute Mehrheit? Vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt könnte genau dieses Szenario rechnerisch möglich werden. Denn für eine Mehrheit im Landtag muss die AfD nicht zwingend mehr als die Hälfte aller abgegebenen Stimmen bekommen. Entscheidend könnte vielmehr werden, wie viele Stimmen am Ende bei Parteien landen, die an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern.
Am 6. September 2026 wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt – und die Spannung steigt. Im aktuellen ZDF-Politbarometer Extra erreicht die AfD 40 Prozent und liegt damit deutlich vor der CDU, die auf 23 Prozent kommt. Dahinter folgen die Linke mit 13 Prozent, die SPD mit neun Prozent und die Grünen mit sechs Prozent.
Eine Alleinregierung der AfD scheint bei diesen Zahlen zunächst weit entfernt. Doch ganz so einfach ist die Rechnung nicht. Entscheidend ist nämlich nicht nur, wie viele Stimmen die AfD erhält – sondern auch, wie viele Stimmen auf Parteien entfallen, die den Einzug in den Landtag verpassen.
Fünf-Prozent-Hürde könnte bei der Wahl entscheidend werden
Genau hier wird es spannend: FDP und BSW liegen im ZDF-Politbarometer derzeit bei jeweils nur drei Prozent und würden damit den Sprung über die Fünf-Prozent-Hürde verpassen. Zusammen mit weiteren Kleinparteien würden nach der aktuellen Umfrage insgesamt neun Prozent der Stimmen bei der Sitzverteilung nicht berücksichtigt.
Damit müsste eine Partei nicht zwingend mehr als 50 Prozent aller abgegebenen Stimmen erreichen, um über die Hälfte der Sitze im Landtag zu bekommen. Nach Berechnungen von ZDFheute würde die entscheidende Marke bei neun Prozent Stimmen für Parteien unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde bereits bei mehr als 45,5 Prozent liegen.
Noch brisanter könnte es werden, sollten auch die Grünen am Einzug in den Landtag scheitern. Sie stehen derzeit bei sechs Prozent und damit nur knapp über der entscheidenden Marke. Würden insgesamt 15 Prozent der Stimmen auf Parteien entfallen, die nicht in den Landtag einziehen, wären laut ZDFheute bereits mehr als 42,5 Prozent für eine absolute Mehrheit der Sitze nötig.
Davon ist die AfD mit ihren derzeitigen 40 Prozent nicht mehr allzu weit entfernt. Allerdings unterliegen Umfragen statistischen Schwankungen. Bei einem Wert um 40 Prozent beträgt der Fehlerbereich laut ZDF gut drei Prozentpunkte. Rechnerisch könnte das Ergebnis der AfD damit derzeit zwischen 37 und 43 Prozent liegen.
Hinzu kommt ein weiterer Unsicherheitsfaktor: Viele Menschen haben sich noch gar nicht endgültig entschieden. Laut ZDF-Politbarometer wissen 31 Prozent der Befragten noch nicht sicher, wen oder ob sie überhaupt wählen wollen.
Ob die AfD am Wahlabend tatsächlich in die Nähe einer absoluten Mehrheit kommt, hängt deshalb von mehreren Faktoren ab. Neben ihrem eigenen Ergebnis dürfte vor allem das Abschneiden der kleineren Parteien eine entscheidende Rolle spielen. Das ZDF kommt deshalb zu dem Schluss, dass eine absolute Mehrheit der AfD nach der derzeitigen Umfragelage zwar nicht ausgeschlossen, aber „eher unwahrscheinlich“ ist.
















































