Eigentlich sollten bei der Verleihung des „Blauen Panthers“ die großen Stars der Fernsehbranche im Mittelpunkt stehen. Doch Schauspieler Johannes Hegemann nutzte seinen großen Moment für eine politische Botschaft. Vor zahlreichen Prominenten und Politikern fand er deutliche Worte zur AfD.
Für seine Darstellung der Dragqueen Olivia Jones im ZDF-Film „Olivia“ wurde Johannes Hegemann am Mittwochabend in München als bester Schauspieler ausgezeichnet. Doch statt sich ausschließlich über die Trophäe zu freuen, sprach der Darsteller über den Schutz von Minderheiten.
„Es muss eine klare Abgrenzung zur AfD geben“, stellte Johannes Hegemann laut „t-online“ unmissverständlich klar. Von den anwesenden konservativen Politikern forderte er ein „ganz klares Bekenntnis zum Schutz von Minderheiten in diesem Land“. Besonders brisant: Unter den Gästen befand sich auch Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU). Ebenfalls im Publikum saß Medienminister Florian Herrmann (CSU).
Weitere Stars finden deutliche Worte
Bereits vor der Preisverleihung hatte Johannes Hegemann seine Sorgen über die zunehmende Bedrohung queerer Menschen geäußert. „Ich hoffe, dass der Film dazu auch irgendwas beitragen kann und ein bisschen Hoffnung vermitteln kann“, erklärte der Schauspieler.
Auch Jonathan Berlin wurde nachdenklich. „Ich lebe in finsteren Zeiten“, sagte der 32-Jährige und griff damit ein Zitat von Bertolt Brecht auf. Gleichzeitig betonte er, dass demokratische Werte verteidigt werden müssten: „So schnell geben wir das nicht her“. Für einen weiteren emotionalen Moment sorgte Polit-Streamer Marcant. Der Social-Media-Star wurde vom Publikum ausgezeichnet und erklärte: „Für gute und richtige Werte einzustehen, lohnt sich immer.“

In „Olivia“ spielt Johannes Hegemann die berühmte Dragqueen
Dass Johannes Hegemann ausgerechnet für „Olivia“ ausgezeichnet wurde, verleiht seinen Worten eine besondere Bedeutung. In dem ZDF-Film verkörpert er Oliver Knöbel, der später als Olivia Jones zu einer der bekanntesten Dragqueens Deutschlands wird.
Die Produktion erzählt von einem jungen Menschen, der schon früh Ausgrenzung erlebt. In seiner Heimatstadt Springe wird Oliver Knöbel wegen seiner Vorliebe für Frauenkleidung verspottet und angefeindet. Auch innerhalb der Familie stößt er zunächst auf Unverständnis.
Erst in Hamburg findet Oliver Knöbel zunehmend den Mut, seinen eigenen Weg zu gehen. Doch auch auf St. Pauli muss er Rückschläge verkraften, bevor ihm als Olivia Jones der große Durchbruch gelingt.
An der Seite von Johannes Hegemann spielt Annette Frier die Mutter Evelin Knöbel. Der Film zeigt nicht nur die schillernde Bühnenfigur, sondern auch den Menschen dahinter – und seinen Kampf um Anerkennung und Akzeptanz.


















































