Bei „Bauer sucht Frau“ wurde Friedrich Dieckmann einem Millionenpublikum bekannt. Nun schlägt der 29-Jährige ernste Töne an. Der Landwirt spricht über die Schattenseiten seines Berufs und macht deutlich, dass auch er die enorme Belastung kennt.
Lange Arbeitstage, finanzielle Unsicherheit und die Verantwortung für einen ganzen Betrieb: Hinter dem vermeintlich idyllischen Leben auf dem Bauernhof steckt oftmals ein harter Alltag. Darüber spricht nun auch „Bauer sucht Frau“-Liebling Friedrich Dieckmann. Besonders beschäftigt ihn, dass viele Landwirte ihre Sorgen für sich behalten, anstatt Unterstützung zu suchen.
Bei Instagram postete Friedrich Dieckmann einen Clip. „Ein Thema, über das es schwerfällt zu reden. Aber ein verdammt wichtiges. Getrieben von Zukunftsängsten, Geldsorgen oder Einsamkeit fühlen sich viele Menschen hilflos. In einer Welt, die sich rasend schnell verändert, suchen wir immer häufiger Ablenkung in der digitalen Welt. Reels und kurze Videos liefern schnelle Belohnungsreize und kurzfristige Befriedigung. Doch während wir ständig miteinander vernetzt sind, bleibt eines manchmal auf der Strecke: echte zwischenmenschliche Nähe“, schrieb er dazu.
„Bauer sucht Frau“-Friedrich kennt die Belastung aus eigener Erfahrung
Im Gespräch mit RTL gibt der Spargelbauer einen persönlichen Einblick in seinen Berufsalltag. „Ja, natürlich kenne ich diesen Druck auch selbst“, gesteht Friedrich Dieckmann. Gerade in arbeitsintensiven Monaten bleibt kaum Zeit zum Durchatmen. Während der Spargelernte oder bei der Feldarbeit müssen zahlreiche Aufgaben innerhalb kürzester Zeit erledigt werden.
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„In der Landwirtschaft richten sich die Arbeitszeiten eben nicht nach einem Arbeitsvertrag oder einer festgelegten Wochenarbeitszeit, sondern nach dem Wetter und den betrieblichen Notwendigkeiten. Wenn die Arbeit gemacht werden muss, dann muss sie gemacht werden“, erklärt der TV-Star.
Besonders schwierig werde es, wenn zu den körperlichen Strapazen auch noch Geldprobleme hinzukommen. Viele Bauern müssten steigende Ausgaben bewältigen, während die Einnahmen nicht immer ausreichen. Hinzu kommt die Angst, einen möglicherweise seit Generationen bestehenden Familienbetrieb nicht weiterführen zu können.
Erschütternde Studie über Suizide in der Landwirtschaft
Anlass für die offenen Worte von Friedrich Dieckmann ist eine Untersuchung aus Bayern. Demnach wurden zwischen 2017 und 2024 insgesamt 463 Suizide unter Menschen registriert, die hauptberuflich in landwirtschaftlichen oder anderen sogenannten grünen Berufen tätig waren. Bei Männern zwischen 18 und 59 Jahren lag die geschätzte Suizidrate 3,4-mal höher als in der übrigen Bevölkerung. Die Studienautoren weisen allerdings auf Unsicherheiten bei der Berechnung hin.
„Die Zahlen haben mich wirklich erschüttert“, sagt Friedrich Dieckmann gegenüber RTL. Mit seiner Botschaft möchte er dazu beitragen, dass psychische Probleme nicht länger verschwiegen werden.

Friedrich Dieckmann richtet emotionalen Appell an Betroffene
Der ehemalige Kuppelshow-Kandidat kritisiert vor allem die Vorstellung, dass Männer grundsätzlich alles alleine bewältigen müssten. „Man packt an, löst seine Probleme selbst und zeigt möglichst keine Schwäche“, beschreibt er die Einstellung, die seiner Erfahrung nach auf vielen Höfen vorherrscht.
Dabei sei es entscheidend, rechtzeitig Unterstützung anzunehmen. „Ich glaube, wir müssen lernen, dass es keine Schwäche ist, über seine Sorgen zu sprechen oder sich Hilfe zu holen. Niemand muss immer stark sein und alles allein schaffen.“
Besonders eindringlich wird Friedrich Dieckmann, als er sich direkt an Menschen richtet, die unter ihrer Situation leiden. „Kein Betrieb, keine Ernte und keine wirtschaftliche Verpflichtung ist es wert, dass ein Mensch daran zugrunde geht.“
Seine wichtigste Botschaft lautet deshalb: „Du bist nicht allein und du musst auch nicht alles allein schaffen.“ Friedrich hofft, dass Betroffene den Mut finden, sich anderen anzuvertrauen. Auch Angehörige und Freunde sollten genauer hinsehen und zuhören, wenn jemand Hilfe benötigt.
HINWEIS DER REDAKTION | Du leidest selber an Depressionen oder hast Selbstmord-Gedanken? Dann kontaktiere bitte umgehend die Telefonseelsorge (www.telefonseelsorge.de). Unter der kostenlosen Hotline 0800-1110111 oder 0800-1110222 erhältst du anonym und rund um die Uhr Hilfe von Beratern. Einen Überblick über alle Beratungsstellen gibt es auf der KUKKSI Hilfeseite.



















































