Die AfD will in Sachsen-Anhalt an die Rundfunkverträge ran – und der MDR zeigt seinen Zuschauern schon jetzt, wie das aussehen könnte. Mitten im Programm wurde es plötzlich schwarz. Mit der ungewöhnlichen Aktion will der Sender auf mögliche Konsequenzen nach der Landtagswahl aufmerksam machen.
Während der Sendung „MDR Sachsen-Anhalt heute“ verschwand am Montagabend für kurze Zeit das Bild. Statt Nachrichten bekamen die Zuschauer einen schwarzen Bildschirm zu sehen. Dazu ertönte aus dem Off die Ansage: „Wie Sie sehen, sehen Sie nichts. Keinen MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Und damit auch kein MDR Sachsen-Anhalt heute? Das könnte passieren.“
Hintergrund ist die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt am 6. September. Die AfD könnte die absolute Mehrheit erreichen. Die Partei hat in ihrem Wahlprogramm angekündigt, im Falle einer Regierungsübernahme die entsprechenden Rundfunkstaatsverträge kündigen zu wollen.
MDR warnt vor möglichen Folgen
MDR-Intendant Ralf Ludwig erklärte anschließend im Programm, warum sich der Sender für die ungewöhnliche Aktion entschieden hat. „Aus vielen Publikumsreaktionen wissen wir, dass vielen Menschen in Sachsen-Anhalt die Auswirkungen einer Kündigung des MDR Staatsvertrages, wie es ja die AfD in ihrem Wahlprogramm verspricht, nicht bewusst sind“, sagte Ralf Ludwig.
Deshalb wolle der MDR an verschiedenen Stellen zeigen, welche Konsequenzen ein solcher Schritt haben könnte. Man habe sich entschieden, „an ausgewählten Stellen des Programms informierend darauf hinzuweisen und dies publizistisch einzuordnen“.
Und der schwarze Bildschirm war nicht die einzige Aktion. Auch im Radio und im Internet demonstrierte der MDR, was im Falle eines Rückzugs aus Sachsen-Anhalt fehlen könnte. So herrschte bei den Rundfunknachrichten nach der Übergabe eines Moderators an seine Kollegin für einige Sekunden plötzlich Stille. Auf der Website setzte der Sender ebenfalls auf zeitweise geschwärzte Inhalte.
Bei Instagram schreibt der Sender: „Bald schon kein MDR mehr in Sachsen-Anhalt? Ja, das könnte passieren. Leidtragende wären die vielen Menschen, die die MDR-Angebote nutzen und schätzen. Denn bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt ist der MDR unfreiwillig Wahlkampfthema. Es gibt ein Wahlversprechen, den MDR-Staatsvertrag zu kündigen. Durch zahlreiche Publikumsreaktionen an den MDR wissen wir, dass diese Situation vielen Menschen in Sachsen-Anhalt nicht bewusst ist.“
Könnte Sachsen-Anhalt ab 2029 ohne MDR dastehen?
Grundsätzlich könne der MDR-Staatsvertrag tatsächlich gekündigt werden, erklärte Ralf Ludwig. Allerdings gilt dabei eine Kündigungsfrist von zwei Jahren. Damit könnten sich die konkreten Auswirkungen erst ab 2029 zeigen. „Ab 2029 würde es die Angebote des MDR für Sachsen-Anhalt dann nicht mehr geben, weil wir dann schlichtweg keinen Auftrag mehr haben“, sagt er.
Kampflos würde der Sender eine solche Entscheidung jedoch offenbar nicht hinnehmen. Gegenüber der „Mitteldeutschen Zeitung“ kündigte der MDR-Intendant bereits an: „Wenn die Kündigung kommen sollte, werden wir juristisch dagegen vorgehen.“
Quellen: MDR, DWDL, Mitteldeutsche Zeitung, WELT
















































