Eine Sonnenfinsternis ist ein spektakuläres Naturschauspiel. Doch wer das Ereignis ohne ausreichenden Schutz direkt beobachtet, riskiert schwere und möglicherweise dauerhafte Augenschäden – im schlimmsten Fall kann das Sehvermögen erheblich beeinträchtigt werden.
Am Abend des 12. August bietet sich über Europa ein seltenes Himmelsspektakel. Während die Sonne in Teilen Spaniens vollständig vom Mond bedeckt wird, ist in Deutschland eine partielle Sonnenfinsternis zu sehen. Der Mond schiebt sich dabei vor einen großen Teil der Sonnenscheibe.
Je nach Standort beginnt die Finsternis in Deutschland gegen 19.11 Uhr oder wenige Minuten später. Da die Sonne zu diesem Zeitpunkt bereits tief steht, sollte man sich für die Beobachtung einen Platz mit möglichst freier Sicht zum Horizont suchen.
Doch bei aller Faszination ist Vorsicht geboten. Denn auch wenn der Mond einen großen Teil der Sonne verdeckt, bleibt der sichtbare Bereich extrem hell. Wer ohne geeigneten Schutz direkt hineinschaut, kann seine Netzhaut schwer schädigen.
Darum ist eine Sonnenfinsternis so gefährlich für die Augen
An einem gewöhnlichen sonnigen Tag sorgt das grelle Licht meist dafür, dass man automatisch die Augen zusammenkneift oder den Blick abwendet. Während einer Sonnenfinsternis erscheint die Umgebung dagegen dunkler. Dadurch kann die Gefahr entstehen, die teilweise verdeckte Sonne länger zu betrachten. Trotz der Verdunkelung trifft weiterhin intensive Sonnenstrahlung auf das Auge. Sie kann empfindliche Zellen der Netzhaut schädigen und im schlimmsten Fall dauerhaft beeinträchtigen.
Besonders tückisch: Die Netzhaut besitzt keine Schmerzrezeptoren. Eine Verletzung macht sich deshalb nicht unbedingt sofort bemerkbar, wie RTL berichtet. Beschwerden können erst Stunden oder sogar Tage später auftreten. Mögliche Folgen sind verschwommenes oder verzerrtes Sehen sowie dunkle oder blinde Flecken im Sichtfeld. Bei schweren Schäden können Einschränkungen dauerhaft bestehen bleiben – und sogar bis zur Erblindung führen.
So schützt man die Augen bei der Sonnenfinsternis
Eine gewöhnliche Sonnenbrille reicht für die Beobachtung nicht aus – selbst dann nicht, wenn die Gläser besonders dunkel sind. Wer direkt zur Sonne schauen möchte, benötigt eine spezielle Finsternis- beziehungsweise Sonnensichtbrille mit geeignetem Filter.
Vor der Benutzung sollte die Filterfolie sorgfältig überprüft werden. Kratzer, Löcher oder Risse können den Schutz beeinträchtigen. Die Brille muss außerdem beide Augen zuverlässig abdecken.
Beim Kauf sollte man auf die Norm DIN EN ISO 12312-2 achten. Zudem sollten entsprechende Hersteller- und Sicherheitshinweise vorhanden sein. Geeignete Finsternisbrillen sind unter anderem im Astronomie-Fachhandel und teilweise bei Optikern sowie anderen Fachhändlern erhältlich.
Wer das Himmelsspektakel am 12. August verfolgen will, sollte sich also rechtzeitig um einen geeigneten Augenschutz kümmern. Denn so faszinierend die Sonnenfinsternis auch ist: Ein ungeschützter Blick in die Sonne kann fatale Folgen für die Augen haben.
















































