Der DEFA-Film „Das Kaninchen bin ich“ setzte sich kritisch mit dem DDR-Regime auseinander – und wurde daraufhin verboten. Nun ist der einstige Skandalfilm wieder im Stream verfügbar.
Es gibt viele Gründe, weshalb Filme auf dem Index landen oder verboten werden. Häufig sind es extreme Gewaltdarstellungen, jugendgefährdende Inhalte oder andere umstrittene Themen. In der DDR reichte es jedoch schon, sich kritisch mit dem Regime auseinanderzusetzen, um einen Film verschwinden zu lassen. Genau das passierte auch mit dem DEFA-Streifen „Das Kaninchen bin ich“ von Regisseur Kurt Maetzig, der 1965 verboten wurde.
Darum geht es in dem Film „Das Kaninchen bin ich“
„Das Kaninchen bin ich“ erzählt die Geschichte der 19-jährigen Maria Morzeck, die eigentlich studieren möchte. Ihr Leben gerät jedoch aus den Fugen, als ihr Bruder wegen angeblicher „staatsgefährdender Hetze“ zu einer Haftstrafe verurteilt wird. Weil ihre Familie dadurch politisch belastet ist, bleibt ihr der Weg an die Universität versperrt. Stattdessen arbeitet sie als Kellnerin.
Als Maria den deutlich älteren Paul Deister kennenlernt, verliebt sie sich in ihn. Doch schon bald erfährt sie, dass ausgerechnet er der Richter war, der ihren Bruder ins Gefängnis gebracht hat. Zwischen Liebe, Enttäuschung und dem Wunsch nach Gerechtigkeit gerät Maria in einen inneren Konflikt. Der Film setzt sich kritisch mit Machtmissbrauch, Opportunismus und den Strukturen der DDR-Justiz auseinander.
Der Streifen macht Schwachstellen im DDR-Regime sichtbar
Bereits 1965 wurde der Streifen fertiggestellt, veröffentlicht wurde er jedoch erst 1990. Der Film setzte sich kritisch mit der Justiz auseinander und machte Schwachstellen des DDR-Regimes sichtbar, wie „t-online“ berichtet. Die SED-Führung stufte das Werk als „staatsfeindlich“ ein. Erich Honecker betitelte den Film als „konterrevolutionäres Machwerk“.
Besonders brisant war, dass der Film nicht nur einzelne Personen kritisierte, sondern grundlegende Probleme des Systems sichtbar machte. Auf dem berüchtigten 11. Plenum des ZK der SED im Dezember 1965 wurde er deshalb zusammen mit zahlreichen weiteren DEFA-Produktionen verboten. Die betroffenen Werke verschwanden anschließend in den Archiven.
Heute gilt „Das Kaninchen bin ich“ als einer der bedeutendsten verbotenen DDR-Filme. Er zeigt eindrucksvoll, wie empfindlich die DDR-Führung auf kritische Kunst reagierte und wie schnell kulturelle Freiräume Mitte der 1960er-Jahre wieder eingeschränkt wurden.














































