Viele Haustierbesitzer kennen das Phänomen: Die Katze trinkt aus der Toilette! Doch warum macht sie das? Tatsächlich steckt hinter diesem Verhalten ein natürlicher Instinkt.
Obwohl ein Napf mit frischem Wasser bereitsteht, bevorzugen manche Katzen trotzdem die Toilettenschüssel als Trinkquelle. Was für viele Menschen zunächst befremdlich oder sogar ekelerregend wirkt, hat für die Vierbeiner nachvollziehbare Gründe.
Darum bevorzugen einige Katzen das Wasser aus der Toilette
Für Katzen ist fließendes Wasser häufig deutlich attraktiver als Wasser, das schon längere Zeit im Napf steht. Das gilt auch für das plätschernde Wasser unmittelbar nach dem Betätigen der Toilettenspülung. Hinter diesem Verhalten steckt kein Zufall, sondern ein Instinkt, der bis heute erhalten geblieben ist.
Der Ursprung liegt in der Evolution: In freier Wildbahn waren fließende Gewässer meist die sicherere Trinkquelle als stehende Tümpel oder Pfützen. Dort konnten sich Schmutz, Keime oder Kadaver ansammeln, während fließendes Wasser in der Regel sauberer und frischer war. Dieser natürliche Instinkt prägt viele Hauskatzen bis heute.
Auch wenn das Wasser im Napf für den Menschen frisch erscheint, nehmen Katzen dank ihres besonders feinen Geruchs- und Geschmackssinns selbst kleinste Veränderungen wahr. Steht das Wasser längere Zeit oder hat es sich erwärmt, verliert es für viele Stubentiger schnell an Attraktivität.
Hinzu kommt, dass sich Trinkwasser – vor allem an warmen Tagen – rasch auf Raumtemperatur erwärmt. Das Wasser in der Toilette wirkt dagegen oft kühler und wird durch das Spülen regelmäßig in Bewegung gesetzt. Außerdem befindet sich das Badezimmer meist an einem ruhigen, wenig frequentierten Ort, an dem sich Katzen sicher fühlen und ungestört trinken können.
Kann das Toilettenwasser Katzen krank machen?
So verlockend das Wasser aus der Toilette für manche Katzen auch sein mag – gesundheitlich ist es keine gute Idee. In der Toilettenschüssel können sich zahlreiche Bakterien, Keime und andere Krankheitserreger befinden. Im schlimmsten Fall drohen Magen-Darm-Erkrankungen oder Infektionen.
Auch regelmäßiges Spülen beseitigt nicht alle Mikroorganismen. Zu den möglichen Keimen zählen unter anderem Escherichia coli (E.-coli-Bakterien), Salmonellen oder in bestimmten Fällen auch Parasiten wie Giardien. Darüber hinaus können Rückstände von Medikamenten, die über den Urin ausgeschieden werden, sowie Reste von Toilettenreinigern oder anderen Chemikalien im Wasser landen. Gelangen diese Stoffe in den Organismus der Katze, können sie gesundheitliche Probleme oder sogar Vergiftungen verursachen.
Damit die Samtpfote gar nicht erst aus der Toilettenschüssel trinkt, empfehlen Tierärzte, den Klodeckel grundsätzlich geschlossen zu halten. Zusätzlich sollte der Wassernapf regelmäßig gereinigt und mehrmals täglich mit frischem Wasser befüllt werden. Noch attraktiver wird die Trinkquelle für viele Katzen mit einem Trinkbrunnen, der das Wasser ständig in Bewegung hält.



















































