„Die Blechtrommel“ ist einer der wichtigsten deutschen Filme und läuft heute im TV. Die Produktion wurde mehrmals ausgezeichnet, ist teilweise verstörend und harter Tobak.
Wahrscheinlich wurde kein deutscher Film so sehr kontrovers diskutiert wie „Die Blechtrommel“. Das Drama erzählt die Geschichte von Oskar Matzerath (David Bennent). Er beschließt, im Alter von drei Jahren nicht mehr zu wachsen. Volker Schlöndorffs „Oscar“-gekrönter Film entstand nach dem berühmten Roman von Günter Grass und zeichnet ein Panorama deutscher Vorkriegsgeschichte ab den 1920er-Jahren bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs.
In einigen Ländern ist „Die Blechtrommel“ verboten
Der Film wurde deshalb kritisiert, weil Oral- und Geschlechtsverkehr zwischen dem minderjährigen Hauptdarsteller und einer erwachsenen Frau gezeigt werden. Die USA hat dem Film Kinderpornografie vorgeworfen. Auch in Kanada wurde der Streifen auf die Liste verbotener Medien gesetzt. In China war der Film über 30 Jahre lang verboten.
Darum geht es in „Die Blechtrommel“
Anna Bronski, eine junge Bäuerin aus der Kaschubei, kommt auf ungewöhnliche Weise zu ihrem Mann und ihrer Tochter Agnes. Die herangewachsene Agnes heiratet die rheinische Frohnatur Alfred Matzerath und betreibt mit ihm einen Kolonialwarenladen im Danziger Vorort Langfuhr. Zugleich teilt sie ihre Liebe zwischen ihm und ihrem Vetter Jan Bronski. So bleibt offen, wer der Vater ist, als Oskar Matzerath im Spätsommer 1924 geboren wird.
Er kann es kaum erwarten, drei Jahre alt zu werden, weil seine Mutter ihm für diesen Geburtstag eine Blechtrommel versprochen hat. Andererseits missfällt ihm das Treiben der großen Leute so gründlich, dass er an besagtem Geburtstag beschließt, von nun an nicht mehr zu wachsen. Ein arrangierter Sturz von der Kellertreppe liefert die vermeintliche Erklärung dafür.
Ganz unerklärlich bleibt dagegen Oskars bald darauf entdeckte Fähigkeit, mit erhobener Stimme Glas zu zersingen. Schreiend und trommelnd betätigt sich Oskar als Störenfried in der ungeliebten Welt der Erwachsenen. Er bringt Naziaufmärsche durcheinander und seine beiden mutmaßlichen Väter ins Grab.
Anders als der berühmte Roman von Literaturnobelpreisträger Günter Grass aus dem Jahr 1959 endet dieses „sehr deutsche Fresko“ von Regisseur Volker Schlöndorff bei Kriegsende. Neben einem „Oscar“ 1980 für den besten ausländischen Film, der zum ersten Mal nach Deutschland ging, erhielt „Die Blechtrommel“ in Cannes die „Goldene Palme“.
Die internationale Kritik war vor allem fasziniert vom Spiel des jungen David Bennent, der den unheimlichen Trommler Oskar verkörpert. Neben ihm sind mit seinem Vater Heinz Bennent, Mario Adorf, Angela Winkler, Katharina Thalbach und Tina Engel namhafte Charakterdarstellerinnen und -darsteller des westdeutschen Nachkriegskinos zu sehen.
„Die Blechtrommel“ zeigt 3sat am 21. März 2026 um 22.12 Uhr.


















































