Beim WDR steht ein gewaltiger Umbau bevor. Der öffentlich-rechtliche Sender will sein Angebot deutlich verkleinern und gleichzeitig stärker auf digitale Inhalte setzen. Für die Zuschauer hat das konkrete Folgen: Zahlreiche bekannte Formate und Angebote verschwinden.
Bis Ende 2027 sollen zunächst 76 lineare und digitale Angebote eingestellt werden, wie die „Bild“-Zeitung berichtet. Betroffen sind nicht nur klassische Fernsehsendungen, sondern auch Radioformate, Podcasts, Newsletter, Websites und Social-Media-Kanäle.
„Frau tv“ und weitere bekannte Angebote verschwinden
Zu den prominentesten Opfern gehört das TV-Magazin „Frau tv“. Auch bei WDR 4 wird gestrichen: Die Sendung „Satire am Sonntag“ verschwindet aus dem Programm. Hinzu kommen die Digitalformate „studio M“ und „Lisas Paarschitt“.
Auch Fans von Heinz-Wilhelm „Doc“ Esser müssen sich auf Veränderungen einstellen. Rund um den bekannten TV-Arzt fallen mehrere zusätzliche Angebote weg – darunter die eigene Website, ein Newsletter, die Facebook-Gruppe und der Podcast.

Hinter den Streichungen steckt eine umfassende Neuausrichtung. Angebote sollen nach Angaben des Senders unter anderem dann verschwinden, wenn sie ihre Zielgruppe nicht ausreichend erreichen oder nicht mehr zu den strategischen Schwerpunkten des WDR gehören.
WDR will sein Angebot bis 2030 halbieren
Bei den 76 Streichungen soll es nicht bleiben. Bis 2030 will der WDR sein gesamtes Portfolio von derzeit rund 600 auf höchstens 300 Angebote reduzieren. Gleichzeitig sollen neue digitale Formate entstehen.
Auch im klassischen Fernsehen ändert sich einiges. Der WDR will sich künftig stärker auf die Zeit zwischen 17 und 22.15 Uhr konzentrieren. Außerhalb dieses Zeitfensters könnten verstärkt Wiederholungen oder Inhalte laufen, die zuvor bereits digital veröffentlicht wurden. Dokumentationen von „Erlebnis Erde“ sollen beispielsweise vorrangig für die ARD-Mediathek produziert werden. Eine spätere Ausstrahlung im linearen Fernsehen bleibt möglich.

Auch beim Personal wird gespart
Der Umbau macht vor den Beschäftigten ebenfalls nicht Halt. Bis 2030 sollen 133 Stellen wegfallen – allerdings nicht durch entsprechende Entlassungen. Vielmehr will der WDR jede dritte Stelle, die durch Verrentung frei wird, anschließend nicht erneut besetzen.
Für freie Mitarbeiter könnte der Sparkurs ebenfalls Konsequenzen haben. Das Auftragsvolumen soll sinken, eine konkrete Zahl der davon betroffenen Personen steht bislang jedoch nicht fest.
Der WDR begründet seinen Kurs unter anderem mit einer veränderten Mediennutzung, steigenden Kosten und der unsicheren Finanzierung. Bis 2030 soll der Sender damit deutlich schlanker und gleichzeitig stärker auf die digitale Nutzung ausgerichtet werden.


















































