Im Herbst liegen sie wieder überall auf Straßen und in Parks: Kastanien. Doch die braunen Früchte eignen sich angeblich nicht nur zum Basteln. Ein kurioses Hausmittel verspricht, mit Rosskastanien Kleidermotten aus dem Schrank fernzuhalten.
Kleidermotten können vor allem bei Pullovern, Mänteln oder Schals aus tierischen Materialien zum Problem werden. Dabei sind nicht die herumfliegenden Motten für die Löcher verantwortlich, sondern deren Larven. Sie ernähren sich unter anderem von Keratin und machen sich deshalb besonders gerne über Wolle, Pelze, Federn oder andere tierische Materialien her.
So wird der Kastanien-Trick angewendet
Für das Hausmittel benötigt man lediglich einige frische Rosskastanien. Diese werden zunächst vorsichtig mit einem Messer halbiert. Anschließend verteilt man mehrere Kastanienhälften im Kleiderschrank – beispielsweise in den Ecken der Regalböden oder in Schubladen. Teilweise wird auch empfohlen, einzelne Hälften in die Taschen länger eingelagerter Wintermäntel zu legen.
Wichtig bei diesem Trick: Die Kastanien werden nicht einfach im Ganzen in den Schrank gelegt, sondern vorher aufgeschnitten. Dadurch liegt das Innere der Frucht frei. Nach einiger Zeit sollten die Kastanien kontrolliert und bei Bedarf gegen frische Exemplare ausgetauscht werden. Feuchte oder schimmelige Kastanien gehören selbstverständlich sofort aus dem Kleiderschrank.
Hinter dem Hausmittel steckt unter anderem die Tatsache, dass Rosskastanien sogenannte Saponine enthalten. Diese Pflanzenstoffe sorgen beispielsweise auch dafür, dass sich aus Kastanien eine Art Waschmittel herstellen lässt.

Helfen Kastanien wirklich gegen Kleidermotten?
Genau hier gibt es jedoch einen wichtigen Haken: Dass halbierte Rosskastanien Kleidermotten zuverlässig vertreiben, ist wissenschaftlich nicht ausreichend belegt. Das Hausmittel sollte deshalb eher als zusätzliche Maßnahme betrachtet werden – und nicht als sichere Methode zur Mottenbekämpfung.
Andere natürliche Mittel sind deutlich etablierter. Das Umweltbundesamt nennt beispielsweise Lavendel, Nelken und Zedernholz als Möglichkeiten, die ergänzend zur Vorbeugung eingesetzt werden können. Allerdings können auch diese Duftstoffe einen Mottenbefall nicht hundertprozentig verhindern.
Wer bereits kleine Löcher, Gespinste oder Larven an seiner Kleidung entdeckt, sollte sich deshalb nicht allein auf ein paar Kastanien verlassen. Dann heißt es: Kleiderschrank ausräumen, Textilien sorgfältig kontrollieren und den Schrank gründlich reinigen. Pheromonfallen können außerdem dabei helfen, einen Befall festzustellen.
Der Kastanien-Trick kostet zumindest kaum etwas und lässt sich im Herbst schnell ausprobieren. Als alleiniger Schutz für den Lieblingspullover ist das ungewöhnliche Hausmittel allerdings keine Garantie.



















































