Politik

Bärbel Bas gibt erstes TV-Interview nach Rücktritt: „Schwer, morgens überhaupt aufzustehen“

Bärbel Bas
WDR / Denise Jacobs / beckground tv

Bärbel Bas spricht über eine der schwersten Zeiten ihres Lebens. Nach dem Tod ihrer Stieftochter und ihrem überraschenden Rücktritt gibt die frühere Bundesarbeitsministerin in einem emotionalen Interview tiefe Einblicke in ihre Gefühlswelt. Dabei rechnet sie auch mit Kanzler Friedrich Merz und der Union ab. 

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Hinter Bärbel Bas liegen dramatische Wochen. Ende September verlor die Politikerin ihre Stieftochter durch eine Krebserkrankung. Der Schicksalsschlag hat tiefe Spuren hinterlassen. In der ARD-Sendung „Konfrontation“ spricht die frühere SPD-Vorsitzende mit Journalist Markus Feldenkirchen über ihre Trauer und die Hintergründe ihres Rückzugs.

Bärbel Bas spricht über den Tod ihrer Stieftochter

„Wir waren sehr eng zusammen über viele Jahre“, erzählt Bärbel Bas laut WDR. Die Politikerin begleitete ihre Stieftochter auch im Hospiz. Diese Zeit habe ihr „ziemlich viel Kraft abgesaugt“, gesteht sie. „Und ich hatte den Kopf nicht frei für Dienstliches, für Politisches.“

Schon im September habe sie gespürt, dass ihre Kräfte schwanden. Besonders bewegend beschreibt sie ihren Alltag nach dem Todesfall: „Es ist schon manchmal schwer, morgens überhaupt aufzustehen, wenn man sich fragt: Wofür?“

Bärbel Bas
WDR / Denise Jacobs / beckground tv

Schwere Vorwürfe gegen die Union

Doch nicht nur die familiäre Tragödie machte Bärbel Bas zu schaffen. Auch die politischen Auseinandersetzungen belasteten sie. „Es gab ja auch immer von Seiten der verschiedenen Unionskollegen diese Angriffe, ich würde meine Arbeit nicht machen“, kritisiert die Politikerin.

Besonders deutlich wird sie gegenüber CDU-Politiker Christian von Stetten, der ihre Ablösung gefordert hatte: „Sowas sagt man nicht als Koalitionspartner über eine eigene Ministerin.“

Auch von der SPD hätte sie sich mehr Rückendeckung gewünscht. Bundeskanzler Friedrich Merz sei über ihre familiäre Situation informiert gewesen. „Er hat mir signalisiert, ich soll mir die Zeit nehmen, die ich brauche“, berichtet Bas. Doch die Angriffe gingen weiter.

Die Politikerin beklagt zudem die fehlende Menschlichkeit im politischen Alltag. „Oft gibt es kaum Menschlichkeit in diesem politischen Betrieb“, erklärt sie. Trotz aller Enttäuschungen richtet sie einen deutlichen Appell an die Regierungskoalition: „Ihr müsst besser miteinander umgehen. Sonst wird das nix.“

Das Interview „Konfrontation: Markus Feldenkirchen trifft Bärbel Bas“ ist am 2. November 2026 um 21.45 Uhr im Ersten zu sehen. Eine längere Fassung folgt um 22.15 Uhr im WDR Fernsehen.

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