Spreewaldgurken, Mocca Fix Gold und Filinchen: In „Good Bye, Lenin!“ tauchen zahlreiche Produkte auf, die bei vielen Ostdeutschen Erinnerungen wecken dürften. Doch wurden die Marken für den Film erfunden – oder standen sie tatsächlich in den Kaufhallen der DDR?
„Good Bye, Lenin!“ gehört zu den erfolgreichsten deutschen Filmen der Nachwendezeit. Daniel Brühl (48) spielt darin Alexander Kerner, der seiner Mutter Christiane nach deren Erwachen aus dem Koma vorgaukelt, die DDR würde weiterhin existieren. Denn von Mauerfall und Wiedervereinigung soll sie aufgrund ihres Gesundheitszustandes möglichst nichts erfahren.
Für Alex bedeutet das jede Menge Arbeit. Nicht nur Nachrichten werden kurzerhand selbst produziert – auch bei Lebensmitteln muss er kreativ werden. Denn die vertrauten Ost-Produkte verschwinden nach der Wende zunehmend aus den Geschäften.
Die berühmten Spreewaldgurken gab es wirklich
Eine besondere Rolle spielen die Spreewaldgurken. Christiane hat ausgerechnet darauf Appetit – doch Alex kann sie zunächst nirgendwo auftreiben.
Erfunden wurden die Gurken für den Film keineswegs. Sie wurden bereits zu DDR-Zeiten im Spreewald produziert und verkauft. Die Tradition hat sogar bis heute überlebt: „Spreewälder Gurken“ sind mittlerweile eine geschützte geografische Angabe.
Alex greift im Film allerdings zu einem Trick. Alte Gläser werden kurzerhand mit anderen Gurken gefüllt. Für seine Mutter sieht alles so aus wie früher – nur der Inhalt stimmt nicht mehr.

Mocca Fix Gold und Filinchen sind ebenfalls echt
Auch der Kaffee Mocca Fix Gold ist keine Erfindung der Drehbuchautoren. Die Marke war in der DDR weit verbreitet. Nach der Wiedervereinigung verschwand sie zunächst weitgehend aus den Geschäften, wurde später jedoch wiederbelebt. Noch heute kann man Mocca Fix Gold kaufen.
Ähnlich sieht es bei Filinchen aus. Das dünne Knusperbrot stammt aus Apolda und wurde bereits in den 1950er-Jahren hergestellt. Im Film fragt Alex auf seiner Suche nach alten Lebensmitteln ausdrücklich danach.
Auch die gezeigten „Globus Grüne Erbsen“ gab es tatsächlich. Ein historisches Etikett befindet sich heute in der Sammlung des DDR Museums. Interessant: Die Erbsen kamen aus Ungarn und waren damit Importware aus einem anderen sozialistischen Staat.
Die Produkte sind echt – der Inhalt teilweise nicht
Der eigentliche Schwindel von „Good Bye, Lenin!“ liegt also weniger bei den Marken selbst. Stattdessen verwendet Alex alte DDR-Verpackungen, um darin neue Lebensmittel zu verstecken. Aus West-Produkten werden auf diese Weise vermeintliche Ost-Produkte. Und genau dieses Prinzip zieht sich durch den gesamten Film: Alex baut aus echten Erinnerungen eine DDR zusammen, die längst nicht mehr existiert.
Die größte Produkt-Lüge betrifft Coca-Cola
Den größten Schwindel erlaubt er sich schließlich bei Coca-Cola. Als Christiane ein riesiges Werbebanner entdeckt, wird kurzerhand eine absurde Erklärung erfunden: In einer selbst produzierten Nachrichtensendung wird die Geschichte des Getränks einfach umgeschrieben.
Die vielen Lebensmittel sind deshalb weit mehr als nostalgische Requisiten. Sie zeigen, wie schnell sich der Alltag nach dem Mauerfall veränderte. Und gerade Spreewaldgurken, Mocca Fix Gold oder Filinchen sorgen dafür, dass „Good Bye, Lenin!“ mehr als zwei Jahrzehnte nach dem Kinostart noch immer ein kleines Stück DDR-Alltag konserviert.
„Good Bye, Lenin!“ läuft am 3. Oktober 2026 um 20.15 Uhr bei ZDFneo.


















































