Kartoffeln in den Backofen schieben und plötzlich gibt es einen Knall? Was zunächst nach einem kuriosen Küchenmythos klingt, kann tatsächlich passieren. Ganze Kartoffeln können während des Backens plötzlich aufplatzen. Mit einem simplen Trick lässt sich das Risiko jedoch reduzieren.
Kartoffeln gehören zu den vielseitigsten Lebensmitteln in der Küche. Im Backofen entstehen daraus zahlreiche leckere Gerichte – von knusprigen Kartoffelspalten über Aufläufe und Gratins bis hin zu verschiedenen Beilagen. Ein echter Klassiker ist die Ofenkartoffel, die sich mit wenigen Handgriffen zubereiten und anschließend beispielsweise mit Kräuterquark, Käse oder Gemüse kombinieren lässt.
Darum können Kartoffeln im Backofen platzen
Der Grund für das kuriose Phänomen ist Wasserdampf. Kartoffeln bestehen zu einem großen Teil aus Wasser. Bei hohen Temperaturen erwärmt sich die Feuchtigkeit im Inneren und es entsteht Dampf. Kann dieser nicht ausreichend entweichen, kann sich unter der Schale Druck aufbauen.
Genau deshalb gibt es einen bekannten Küchentrick, der tatsächlich einen praktischen Hintergrund hat: Ganze Kartoffeln sollte man vor dem Backen an mehreren Stellen mit einer Gabel einstechen. Die kleinen Löcher sorgen dafür, dass der entstehende Wasserdampf leichter nach außen gelangen kann.
Der Griff zur Gabel kann eine Sauerei verhindern
Auch Fachleute empfehlen diese Methode. Die University of Maine Cooperative Extension rät dazu, Kartoffeln vor dem Backen mit einer Gabel einzustechen. Dadurch könne der Dampf entweichen und verhindert werden, dass die Knolle während des Garens aufplatzt.
Eine ähnliche Empfehlung gibt die Harvard T.H. Chan School of Public Health. Dort wird geraten, die Schale vier- bis fünfmal mit einer Gabel einzustechen, damit der Wasserdampf einen Weg nach draußen findet. Viel zusätzliche Arbeit macht der Trick also nicht.

Explodiert die Kartoffel wirklich?
Das Wort „Explosion“ klingt zunächst ziemlich dramatisch. Die Kartoffel fliegt natürlich nicht wie ein kleiner Sprengsatz durch die Küche. Gemeint ist vielmehr ein plötzliches Aufplatzen der Schale, wenn der Druck im Inneren zu groß wird. Im ungünstigen Fall können sich dabei Teile der weichen Kartoffel im Backofen verteilen.
Allerdings bedeutet das nicht, dass jede Kartoffel ohne Löcher automatisch platzt. Häufig geht die Zubereitung auch ohne Einstechen problemlos. Die wenigen Löcher sind vielmehr eine einfache Vorsichtsmaßnahme.
Übrigens sollte man bei einer knusprigen Schale auch überlegen, auf Alufolie zu verzichten. Durch das Einwickeln bleibt mehr Feuchtigkeit an der Kartoffel, wodurch sie eher gedämpft wird. Ohne Folie kann die Schale dagegen trockener und knuspriger werden.
Wer also das nächste Mal eine ganze Kartoffel im Backofen zubereitet, sollte vorher kurz zur Gabel greifen. Schließlich dauert das Einstechen nur wenige Sekunden – den Backofen von Kartoffelresten zu befreien, dürfte dagegen deutlich länger dauern.
Quellen: BZfE, University of Maine Cooperative Extension, Harvard T.H. Chan School of Public Health, t-online


















































