Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj ist bekannt für seinen legeren Kleidungsstil. Selbst im Weißen Haus bei Donald Trump trägt er keinen Anzug mit Krawatte – aber warum ist das eigentlich so?
Das Treffen zwischen Wolodymyr Selenskyj bei Donald Trump am 28. Februar in Washington sorgte für einen Eklat. Minutenlang gab es einen heftigen Schlagabtausch zwischen dem US-Präsidenten und dem ukrainischen Staatschef.
Schon bei der Begrüßung stichelte Donald Trump gegen Wolodymyr Selenskyj und konnte sich einen Seitenhieb nicht verkneifen. Der Republikaner meinte, er habe sich „besonders herausgeputzt“ – damit ist der fehlende Anzug mit Krawatte gemeint, was sonst andere Regierungschefs zu Besuch im Weißen Haus tragen. Stattdessen erscheint der Politiker zu jedem Termin mit einem schwarzen Militärpullover. Auch Vizepräsident JD Vance äußerte Unmut über das Outfit.
Und auch beim Ukraine-Gipfel am 18. August 2025, wo Donald Trump und andere europäische Regierungschefs anwesend waren, trug Wolodymyr Selenskyj keinen Anzug. Die US-Presse hatte sich in der Vergangenheit immer wieder mit dem Kleidungsstil von Wolodymyr Selenskyj beschäftigt und ihn gefragt, was es damit auf sich hat.
„Ich werde einen Anzug tragen, wenn dieser Krieg vorbei ist“
Ein Reporter wollte von ihm wissen, ob er überhaupt einen Anzug besitzt – daraufhin hat der Politiker verraten, wann er wieder einen Anzug tragen wird. Und zwar dann, wenn der Krieg mit Russland beendet ist: „Ich werde einen Anzug tragen, wenn dieser Krieg vorbei ist. Vielleicht einen wie Ihren, vielleicht einen besseren. Vielleicht einen günstigeren.“
Dass er also keinen Anzug trägt, hat seit dem russischen Überfall auf sein Land also einen symbolischen Wert. Sein Kleidungsstil soll Solidarität mit den Menschen an der Front und im Alltag zeigen. Die normale Kleidung ist ein Zeichen der Verbundenheit mit Menschen und Soldaten, die täglich im Krieg um ihr Leben kämpfen.
Das Outfit von Wolodymyr Selenskyj stammt aus der Kollektion der ukrainischen Designerin Elvira Gasanova. In einem Interview mit dem WWD vom März 2025 zeigt sie sich überrascht, dass ihre Arbeit zum geopolitischen Thema wurde und verteidigt die Kleiderwahl des ukrainischen Präsidenten. „Es ist ein Symbol des unerschütterlichen Geistes einer Nation, die für ihre Freiheit eintritt“, betont die Designerin.
„Es wäre ein gutes Friedenszeichen, wenn Selenskyj einen Anzug trägt“
Auf das Erscheinungsbild eines Staatsoberhauptes lege Donald Trump offenbar großen Wert. „Es wäre ein gutes Friedenszeichen, wenn Selenskyj einen Anzug trägt, aber wir erwarten es nicht“, sagte ein Trump-Berater gegenüber Axios. Eine weitere Quelle meint: „Es wäre großartig, wenn er eine Krawatte trägt, aber wir erwarten es nicht.“


















































