Die Schauspielerin Collien Fernandes wurde Opfer von digitaler Gewalt. Gemeint damit sind sogenannte Deepfakes und gefälschte Nacktbilder. Betroffen sind davon viele Frauen – aber was kann man dagegen tun?
Über die Schauspielerin wurden sexualisierende Videos über gefälschte Internetprofile verbreitet. Darin ist die vermeintlich echte Collien Fernandes (44) zu sehen – es handelt sich dabei um sogenannte Deepfakes. Die Filme wurden künstlich hergestellt.
„Verfahren zur Manipulation von medialen Identitäten existieren bereits seit vielen Jahren. So ist es allgemein bekannt, dass Bilder durch vielfältige Methoden manipuliert werden können. Lange Zeit war es sehr aufwändig, dynamische Medien, wie Videos oder Audiomitschnitte qualitativ hochwertig zu manipulieren. Durch Methoden aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz (KI) ist dies heute jedoch deutlich einfacher und Fälschungen können mit vergleichsweise wenig Aufwand und Expertise in einer hohen Qualität erstellt werden“, schreibt das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik auf seiner Website.
Der sexuelle Missbrauch spielt sich hier rein digital ab. Einen entsprechenden Paragraphen gegen Deepfakes gibt es dazu bisher nicht. Andere Vorschriften im StGB stellen die „Verletzung des Intimbereichs durch Bildaufnahmen“ (§ 184 k StGB) unter Strafe oder die „Verletzung des höchstpersönlichen Lebensbereiches und von Persönlichkeitsrechten durch Bildaufnahmen“ (§ 201 a StGB). Darin ist von „Bildaufnahmen“ die Rede – aber ob Bildnisse, welche mit künstlicher Intelligenz erstellt wurden und damit Deepfakes sind, ebenfalls inbegriffen sind, ist bisher unklar. Denn „aufgenommen“ wurde in dem Sinn nichts.
Pornografische Deepfakes sollen unter Strafe gestellt werden
Der Fall Collien Fernandes sorgt nun auch in der Politik für Gesprächsstoff. Demnach sollen die Gesetze deutlich verschärft werden. Justizministerin Stefanie Hubig (SPD) kündigt nach Bekanntwerden des Falls Collien Fernandes an, die Verbreitung von gefälschten Nacktfotos und Pornos unter Strafe zu stellen.
„Wir sehen, dass digitale Phänomene immer stärker um sich greifen und Hauptbetroffene sind vor allem die Frauen“, kündigte die Politikerin in der ARD an. Pornografische Deepfakes sollen danach unter Strafe gestellt werden. „Und zwar schon das Herstellen und Verbreiten, das heißt, wir setzen sehr früh an, damit Frauen einfach sicher sein können“, so die Justizministerin.
Was können Betroffene gegen Porno-Deepfakes tun?
Bei manipulierten intimen Bildern, Fake-Videos oder gefälschten Profilen sollten sich Betroffene zuerst an die jeweilige Plattform wenden und das Profil melden. Nach EU-Recht sind Anbieter wie Meta (dazu gehören unter anderem Facebook und Instagram) oder X verpflichtet, rechtswidrige Inhalte zu löschen. Experten raten dazu, nicht nur einzelne Inhalte, sondern das ganze Konto zu melden.
Ein zentraler Anlaufpunkt ist außerdem die Internet-Beschwerdestelle. „Haben Sie im Netz problematische oder illegale Inhalte gesehen? Über unsere Online-Formulare können Sie diese einfach und schnell melden. Unsere Expertinnen und Experten prüfen jede Meldung individuell und leiten bei illegalen Inhalten weitere Schritte ein – vertraulich und kostenlos“, heißt es dort auf der Website. Bleibt ein Inhalt trotz Beschwerde im Netz, bietet Google an, Daten aus Suchergebnissen entfernen zu lassen. Die Polizei rät zudem, alle Beweise zu sichern – und zwar vor allem dann, bevor man das jeweilige Konto meldet. Ist man Opfer von Deepfakes geworden, sollte eine Strafanzeige bei der Polizei gestellt werden.


















































