Zigarettenqualm ist nicht nur für Menschen eine Gefahr! Auch Haustiere wie Hunde oder Katzen leiden unter dem blauen Dunst – und das kann sogar tödliche Folgen haben. Einer Tierärztin platzt nun der Kragen: Sie berichtet von schockierenden Fällen aus ihrer Praxis.
Dass Passivrauchen nicht nur Menschen, sondern auch Haustieren schadet, dürfte allgemein bekannt sein. Eine US-Studie zeigt jedoch, wie gravierend die Folgen von Zigarettenqualm für Hunde tatsächlich sein können. Ein Forscherteam der Purdue University in West Lafayette im US-Bundesstaat Indiana untersuchte den Zusammenhang zwischen Blasenkrebs und Passivrauchen bei Hunden.
Hunde in Raucherhaushalten haben ein sechsmal höheres Blasenkrebs-Risiko
Das Ergebnis ist erschütternd: Hunde, die in einem Raucherhaushalt leben, haben ein sechsmal höheres Risiko, an Blasenkrebs zu erkranken, als Artgenossen in einer Nichtraucherumgebung. Blasenkrebs verläuft bei Hunden häufig tödlich. Die Ergebnisse wurden zudem im Fachmagazin *The Veterinary Journal* (Ausgabe Februar 2024) veröffentlicht. Für die Studie wurden insbesondere Hunde der Rasse Scottish Terrier untersucht.
Auch für Katzen ist Passivrauch eine große Gefahr
Nicht nur Hunde, sondern auch Katzen sind in Raucherhaushalten einer erheblichen gesundheitlichen Gefahr ausgesetzt. Laut Studien erkranken sie doppelt so häufig an Krebs wie ihre Artgenossen in rauchfreien Haushalten. Die Wissenschaftler vermuten, dass Katzen die Giftstoffe durch ihre ausgeprägte Fellpflege nicht nur über die Lunge, sondern zusätzlich über den Magen-Darm-Trakt aufnehmen.
„Ich habe hier tagtäglich Tiere in meiner Praxis, die stinken wie ein Aschenbecher“
Warum setzen manche Herrchen und Frauchen die Gesundheit ihrer geliebten Haustiere aufs Spiel? Diese Frage stellt sich auch Tierärztin Doc Polly. Im Interview mit RTL schildert die Veterinärin eine schockierende Erfahrung: „Ich habe hier tagtäglich Tiere in meiner Praxis, die stinken wie ein Aschenbecher. Es ist ganz, ganz schlimm, was ich da manchmal erlebe.“ Sie habe Haustierhalter oft darauf angesprochen, dass man zum Schutz der Gesundheit des Vierbeiners lieber auf das Rauchen verzichten solle.
„Bei mir waren auch schon Hunde und Katzen mit Raucherhusten“
Die Medizinerin musste sogar das Veterinäramt einschalten, nachdem eine Katze mit einer sogenannten Raucherlunge in ihre Praxis gebracht worden war. „Bei mir waren auch schon Hunde und Katzen mit Raucherhusten. […] Die Lunge des Hundes war schwarz, das ist ein Bild, das ich heute noch im Kopf habe“, erklärt sie bei RTL.
Doc Polly warnt: „Und das ist ein schmaler Grat, weil sich viele Tierhalter von der Ansprache angegriffen fühlen. Dabei raucht heute doch auch kaum jemand mehr neben einem Säugling. Doch bei Tieren scheinen es viele Halter leider immer noch nicht begriffen zu haben, dass das Passivrauchen genauso schädlich ist.“
Nicht nur Hunde und Katzen betroffen
Doch nicht nur Vierbeiner leiden unter den Folgen von Passivrauch. Vögel besitzen keine Lungenflügel wie Säugetiere, sondern sogenannte Luftsäcke. In diesen können sich Rußpartikel ablagern, die dauerhaft im Organismus verbleiben und Lungenentzündungen sowie Pilzinfektionen auslösen können.
Auch Fische sind gefährdet: Nikotinrückstände aus Rauchpartikeln können sich im Wasser lösen und so die Gesundheit der Tiere massiv beeinträchtigen. Im schlimmsten Fall kann die Belastung sogar tödlich enden.
Ob Hund, Katze, Vogel oder Fisch: Wer seinem Haustier etwas Gutes tun möchte, sollte in den eigenen vier Wänden konsequent auf das Rauchen verzichten. Denn der blaue Dunst gefährdet nicht nur die Gesundheit von Menschen, sondern auch die ihrer tierischen Mitbewohner.


















































