Politik

Chaos durch Störer: Darum brach die ARD das Interview mit Alice Weidel nicht ab

Alice Weidel
WDR / Oliver Ziebe

Beim ARD-Sommerinterview mit Alice Weidel kam es zum Eklat. Mehrere Demonstranten verursachten Chaos und störten das Gespräch – die AfD-Fraktionsvorsitzende und Moderator Markus Preiß waren für den Zuschauer kaum noch zu verstehen. Aber warum wurde das Interview nicht abgebrochen? Jetzt rechtfertigt sich der Sender. 

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Es waren rund 25 Demonstranten, welche mit einer erheblichen Lautstärke das Interview stören wollten. Unter anderem wurde lautstark der Song „Scheiß AfD Jodler“ vom Corner Chor aus Augsburg abgespielt. Während einem Beitrag haben sich Alice Weidel und Markus Preiß darüber ausgetauscht, „wie wir mit der Situation weiter umgehen“, erklärte der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in der „Tagesschau“. „Und wir waren uns einig: Wir setzen das Interview fort“, so Markus Preiß.

Der Sender sei dafür verantwortlich, dass Interviews reibungslos verlaufen. In den sozialen Netzwerken hagelte es deshalb massive Kritik gegen die ARD. Der Vorwurf: Man hätte das Interview abbrechen oder nach innen verlegen sollen. Auch im ARD-Hauptstadtstudio, welches in unmittelbarer Nähe liegt, hätte man das Gespräch fortsetzen können.

„Das war sicher ein Interview unter Extrem-Bedingungen“

Der Sender will nun Schlüsse aus dem Interview ziehen. „Ein ungestörter Ablauf der Interviews ist in unserem Interesse“, kündigte ein Sendersprecher gegenüber der Deutschen Presse-Agentur an. Markus Preiß räumte unterdessen ein, dass man sich kaum noch verstanden hätte. „Das war sicher ein Interview unter Extrem-Bedingungen“, erklärte er. Und weiter: „Der Ort, an dem die Sommer-Interviews stattfinden, ist ein öffentlicher Ort. Da gibt es immer mal Geräusche – auch mal Protest-Rufe.“

Trotz der enormen Lautstärke durch die Störer lief das Interview weiter. „Ich muss sagen: Auch von Alice Weidel war das schon sportlich angesichts der Lautstärke. […] In Deutschland darf jeder demonstrieren, das ist ein gutes demokratisches Recht. Normalerweise werden Demos aber angemeldet. Und diese war es nicht“, rechtfertigt sich Markus Preiß in der „Tagesschau“.

Der Leiter des ARD-Hauptstadtstudios gibt zudem zu: „Schade, dass einige Fragen, die wir der AfD gern noch gestellt hätten, dem Lärm zum Opfer gefallen sind.“ Gegen die Störer ermittelt nun die Polizei und prüft Ordnungswidrigkeitsverfahren gegen die Demonstranten, wie die Bild-Zeitung berichtet.

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