Im September und Oktober ist die Hochsaison für das Sammeln von Pilzen. Giftige Pilze, die essbaren zum Verwechseln ähnlich sehen: Immer wieder erleiden Menschen eine schwere Vergiftung nach dem Genuss von Pilzen. Ein Experte warnt davor, Apps zum Bestimmen von Pilzen zu verwenden.
Wenn man versehentlich einen giftigen Pilz verzehrt, kann das lebensgefährlich werden. Heute vertrauen viele Laien auf ihr Smartphone und verwenden Apps für die Bestimmung von Pilzen. Das mag nach einem Fortschritt klingen – jedoch ist das eine gefährliche Illusion. Denn solche Apps können nicht einwandfrei jeden Pilz erkennen.
Das Smartphone kann bei der Bestimmung von Pilzen gefährlich sein
Dabei fotografieren Nutzer den Pilz mit ihrem Smartphone und erhalten in wenigen Sekunden eine Info, um welchen Pilz es sich dabei handeln soll. Das Problem: Essbare Pilze sehen giftigen manchmal total ähnlich! Denn die jeweilige App liefert lediglich nur eine Einschätzung, die keinesfalls zuverlässig ist – und das kann extrem gefährlich sein.
Zudem wachsen einige Pilzsorten immer etwas anders und nicht nach Lehrbuch – unter anderem spielen dabei die Witterung sowie der Standort eine entscheidende Rolle. Die Natur erkennt bei einer Verwechslung keine Gnade – verzehrt man versehentlich einen giftigen Pilz, weil die App ein falsches Ergebnis ausspuckt, kann das lebensgefährlich sein.
„Das ist eine neue Gefahr, die hinzukommt“, sagte Christoph Hahn zu solchen Apps, Präsident der Bayerischen Mykologischen Gesellschaft (BMG), der dpa. So kann es sein, dass der grüne Knollenblätterpilz gelegentlich für einen Champignon gehalten wird oder ein Pfifferling einem falschen Pfifferling ähnelt. Der giftige Pantherpilz ist gefährlich und sieht dem essbaren Perlpilz ähnlich.
Auch Pilzexperte Tristan Jurisch warnt in der Apotheken Umschau vor solchen Apps: „Ich muss zugeben, dass ich noch nicht viele ausprobiert habe. Aber die, die ich getestet habe, haben teils erschreckend viele Fehler gemacht. Die Apps arbeiten ja in der Regel mit einer Bilddatenbank, mit der sie den Pilz abgleichen. Um einen Pilz richtig zu bestimmen, muss man auch dran riechen oder manchmal sogar davon kosten. Wenn man sich nur auf Apps verlässt, ist das einfach nur gefährlich.“
Zu den beliebtesten Speisepilzen zählen etwa Klassiker wie Steinpilze, Maronen-Röhrlinge, Champignons oder Pfifferlinge. Experten empfehlen, dass man keine jungen und kleine Pilze sammeln sollte, da die Verwechslungsgefahr dann besonders groß sei.
Beim Pilzesammeln ist zudem wichtig, dass diese in einen Korb kommen, aber keinesfalls in eine Tüte. Denn dort werden diese matschig und können schnell schimmeln. Um die Pilze abzuschneiden, wird ein Messer benötigt.


















































