Fast jeder Hundebesitzer kennt dieses niedliche Phänomen: Spricht man mit seinem Vierbeiner, legt dieser plötzlich den Kopf schief. Doch was steckt eigentlich hinter dieser typischen Bewegung?
Der Hund gilt als bester Freund des Menschen. Kein Wunder also, dass viele Frauchen und Herrchen regelmäßig mit ihrem Liebling sprechen. Zwar kann der Vierbeiner nicht mit Worten antworten, dafür sendet er auf andere Weise Signale. Fragt man ihn beispielsweise, ob es gleich Gassi geht, neigt er oft den Kopf zur Seite. Das geschieht keineswegs zufällig, sondern hat mehrere mögliche Ursachen. Wissenschaftler sind dem Phänomen in verschiedenen Studien auf den Grund gegangen.
Studie liefert spannende Erkenntnisse
Eine Untersuchung von Verhaltensforscherinnen und Verhaltensforschern der Budapester Eötvös-Loránd-Universität, die im Fachjournal „Animal Cognition“ veröffentlicht wurde, kommt zu dem Ergebnis, dass Hunde ihren Kopf häufig schief halten, wenn sie vertraute Wörter hören und diese verarbeiten. „Wenn Menschen sich an eine Geschichte oder etwas anderes erinnern, dann neigen sie ebenfalls ihren Kopf zur Seite – dabei entsteht ein geistiges Bild der Sache im Kopf. […] Womöglich ist es bei Hunden genauso“, sagt Andrea Sommese, Hauptautor der Studie und Forscher für Tierkognition.
Darum halten Hunde ihren Kopf schief
Es gibt jedoch noch eine weitere Erklärung. Wenn Menschen mit ihrem Hund sprechen, versucht dieser, das Gesicht seines Herrchens oder Frauchens möglichst gut zu erkennen. Hunde-Experte Stanley Coren, Professor an der Universität von British Columbia, erklärt in der US-Zeitschrift „Psychology Today“, dass die Schnauze einen Teil der Sicht auf das Gesicht verdecken kann. Legt der Hund den Kopf schief, verbessert sich sein Blickwinkel. So kann er das gesamte Gesicht und insbesondere die Lippen besser erkennen. Dadurch fällt es ihm leichter, die Mimik seines Menschen wahrzunehmen und gesprochene Worte besser einzuordnen.
Auch das Gehör spielt eine wichtige Rolle
Neben der Sicht könnte auch das ausgezeichnete Gehör der Hunde eine Rolle spielen. Durch die Schrägstellung des Kopfes können sie Geräusche besser orten und die Richtung eines akustischen Reizes genauer bestimmen. Das hilft ihnen dabei, die Stimme ihres Menschen noch besser wahrzunehmen.
Hunde erkennen unsere Gefühle
Hunde sind außerdem erstaunlich gut darin, die Stimmung ihres Menschen zu erkennen. Eine Studie im Fachjournal „Current Biology“ zeigt, dass sie Emotionen wie Traurigkeit, Freude oder Wut unterscheiden können. Manche Experten vermuten deshalb, dass die schiefe Kopfhaltung auch damit zusammenhängt, die Mimik und Gefühlslage ihres Gegenübers noch besser zu erfassen.
Die Kopfhaltung verrät noch mehr
Die Haltung des Kopfes kann generell viel über die Stimmung eines Hundes verraten. Dreht er den Kopf zur Seite oder wendet ihn leicht ab, kann das auf Unsicherheit oder Beschwichtigungsverhalten hindeuten. Richtet er seinen Kopf dagegen frontal auf einen anderen Hund, signalisiert das häufig Selbstbewusstsein und fehlende Angst. Die Körpersprache der Vierbeiner verrät also oft mehr, als viele auf den ersten Blick vermuten.

















































