Millionen Zuschauer fiebern mit, wenn sich Julia Leischik in der SAT.1-Sendung „Bitte melde sich“ auf die Suche nach vermissten Personen macht. Doch nicht alle wollen gefunden werden – nach einer Ausstrahlung herrscht massive Kritik an dem Format.
Julia Leischik sucht in ihrer TV-Sendung nach vermissten Freunden oder Familienangehörigen und reist auf der Suche nach vermissten Menschen rund um den Globus. Ihre Mission: Verschwundene Angehörige wiederfinden und lange Zeit getrennte Familien zusammenbringen. Engagiert, einfühlsam, authentisch – Julia Leischik besucht die Betroffenen und lässt sie ausführlich zu Wort kommen. Die Fernsehmacherin sucht mit den oft verzweifelten Angehörigen einen Weg aus der Ungewissheit und bittet auch die Zuschauer:innen um ihre Mithilfe.
Manchmal gestaltet sich die Suche extrem schwierig und nicht alle Personen können gefunden werden. Doch ein weiteres Horror-Szenario könnte eintreten – und zwar dann, wenn vermisste Personen gar nicht gefunden werden wollen. Genau ein solcher Fall ist jetzt eingetreten.
„Diese Produktion hat mir meine sog. Mutter vor einigen Jahren auf den Hals gehetzt“
In dem sozialen Netzwerk „Threads“ hat eine Person öffentlich gemacht, dass sie von der TV-Produktion gar nicht gefunden werden wollte. „Diese Produktion hat mir meine sog. Mutter vor einigen Jahren auf den Hals gehetzt“, schreibt die Nutzerin. Ihre Mutter habe sie über die Sendung suchen lassen, wie sie weiter schildert.
Die Userin erklärt, dass sie keinen Kontakt zu ihrer Mutter wünscht und den Kontakt bewusst abgebrochen habe. „Diese Frau hat mich bis ich Mitte 20 war psychisch missbraucht. Ich arbeite mit über 40 immer noch daran, mir diese Dogmen auszureden“, schreibt sie in dem Post.

Screenshot Threads | SAT.1 / Timothy Biggs
Zahlreiche User meldeten sich unter dem Post in den Kommentaren zu Wort und fragen sich, wie die Produktion damit umgehe, wenn eine Person gar nicht gefunden werden will. „Ich hab mir das früher schon gedacht, als ich die Sendung mal gesehen habe, dass da eine bestimmte Übergriffigkeit vorliegt, die irgendwie gut gemeint ist, dadurch aber vieles erst recht schlimm macht“, schreibt eine Nutzerin. „Ich hab mich immer gefragt, ob die Leute in der Serie eventuell gar nicht gesucht/gefunden werden wollen. Das ist teilweise schon hart übergriffig. Ich nehme an, die Gesuchten werden gefragt bevor die Folge ausgestrahlt wird, aber man weiß ja nie …“, heißt es in einem anderen Kommentar.
„Die Frau bezieht sich auf eine Recherche, die zu keinem Dreh geführt hat“
Jedoch kam ihr die Produktion entgegen und habe akzeptiert, nicht daran teilnehmen zu wollen. „Nein, sie haben das schon hingenommen. Alles andere führt nur zu rechtlichen Schritten. Das wollen die auch nicht“, so die Nutzerin. KUKKSI hat bei SAT.1 nachgefragt. „Die Frau bezieht sich auf eine Recherche, die zu keinem Dreh geführt hat“, stellt ein Sendersprecher klar. Bevor man das Einverständnis der gesuchten Person nicht einhole, werde nichts gesendet.


















































