Zum Start der neuen Staffel ihrer Sketchshow hat Maren Kroymann deutliche Worte gefunden: Für queere Menschen hat das Privatfernsehen viel getan – jedoch nicht ARD und ZDF.
Die Anerkennung queerer Menschen gab es nicht im öffentlich-rechtlichen Fernsehen, sondern im Privatfernsehen bei RTL oder ProSieben. Die Kabarettistin hebt besonders Reality-TV-Formate hervor.
„Dieses von vielen verachtete Trash-Fernsehen hat lange den Vorteil gehabt, dass Themen aufgebracht wurden, die im ’seriösen‘ Fernsehen – bildungsbürgerlich, öffentlich-rechtlich – so nicht vorkamen“, sagt Maren Kroymann in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.
„So was haben ARD und ZDF lange nicht geliefert“
Als Beispiel nannte die Kabarettistin das Format „Die Bachelorette“, welches mit besonders vielen Frauen besetzt ist. „So was haben ARD und ZDF lange nicht geliefert“, so Maren Kroymann. Die Grimme-Preisträgerin nannte ihre Sendung „Kroymann“, mit welcher sie entgegenwirken kann. Sie lobte zudem die queere Serie „Schwarze Früchte“, welche in der Mediathek des Senders zu finden ist.
Maren Kroymann setzt sich seit vielen Jahren für die Rechte von queeren Menschen ein. „Das erste Mal, dass ich im Fernsehen eine trans Person gehört habe, die über eine Stunde lang ihren wirklich schwierigen Lebensweg erzählte, war im RTL-Dschungelcamp“, erinnert sie sich. Weiter sagt sie gegenüber der dpa: „Das ist jetzt wahrscheinlich fast 20 Jahre her. Da war Dirk Bach noch Moderator. Als homosexueller Aktivist hat er dafür gesorgt, dass da eine trans Person vorkam. Die konnte eine Stunde lang von ihrer Transition erzählen.“
Maren Kroymann ist sich sicher: „Das wäre damals bei den Öffentlich-Rechtlichen – erst recht nicht zu so einer guten Sendezeit – nicht vorgekommen. Da war einfach ein Mensch, der das erzählte.“ Dann nennt sie weitere Beispiele: „Oder auch die Tanz- oder Schönheitswettbewerbe im Privatfernsehen, die haben in den Jurys ganz früh homosexuell wirkende Männer eingesetzt, Jorge González zum Beispiel oder Bruce Darnell. Oder noch früher Hella von Sinnen mit ‚Alles nichts oder?!‘. Die Privaten haben in dieser Hinsicht eine Lücke besetzt, die die Öffentlich-Rechtlichen gelassen hatten.“
Laut ihrer Ansicht seien Reality-Formate zwar „Trash, aber mit Message“ und hätten dabei geholfen, „schwule und lesbische Menschen mehr in die Mitte der Gesellschaft zu bringen.“
Die neue Staffel der preisgekrönten Sketch-Comedy „Kroymann“ nähert sich ganz beiläufig den zentralen Themen unserer Zeit. Maren Kroymann schlüpft in den aufwändig produzierten und hochkarätig besetzten Sketchen wieder in unterschiedlichste Frauenrollen. Sie singt, sie parodiert, sie überrascht.
Die siebte Staffel des Satire-Sketchformats „Kroymann“ läuft ab diesem Freitag um 23.55 Uhr im Ersten.










































