Häufig reicht ein persönlicher Schicksalsschlag aus, der Menschen auf die Straße führt. Besonders im Winter kann das extrem gefährlich sein. Schnee und niedrige Temperaturen können für Obdachlose lebensgefährlich sein. Aber wie kann man helfen?
Während die meisten in der kalten Jahreszeit über die richtige Winterjacke reden oder auf dem Weg zur Bahn frieren, geht es für Obdachlose auf der Straße ums Überleben. Denn 24 Stunden am Tag sind sie im Winter eisigen Temperaturen ausgesetzt – im schlimmsten Fall kommt noch Schnee hinzu. Tausende Menschen leben in Deutschland auf der Straße. Kaum jemand übersteht die kälteste Zeit ohne Wunden, gefährliche Infektionen oder chronische Krankheiten.
„Die eisige Kälte kann für obdachlose Menschen lebensbedrohlich sein“
Berlins DRK-Präsident Mario Czaja hebt die Dringlichkeit der Hilfe hervor: „Die eisige Kälte kann für obdachlose Menschen lebensbedrohlich sein. Unser Team ist jeden Abend im Einsatz und hilft, wo es kann – mit heißem Tee, wärmender Kleidung, Isomatten, Schlafsäcken oder einer Fahrt in eine Notunterkunft. Mein tiefster Dank gilt allen Helferinnen und Helfern der Kältehilfe, die mit großem Engagement dafür sorgen, dass niemand in der Kälte allein gelassen wird. Doch wir sind auch auf die Courage der Berlinerinnen und Berliner angewiesen, denn unser Team kann nicht jede Straße abfahren oder in alle Hauseingänge schauen. Bitte schauen Sie nicht weg! Wenn Sie eine hilfebedürftige Person sehen, rufen Sie den Wärmebus zu Hilfe.“
Sieht man einen Obdachlosen im Winter, sollte abgeklärt werden, ob Hilfe gewünscht und benötigt wird. Deshalb ist es sinnvoll, die Person anzusprechen, wie die Diakonie empfiehlt. Damit wird signalisiert, dass er gesehen wird. Wirkt jemand stark unterkühlt oder verwirrt, sollte umgehend professionelle Hilfe hinzugezogen werden.
Wie kann man Obdachlosen helfen?
Eine kleine Spende kann Wohnungslosen immer helfen. Die Heilsarmee empfiehlt haltbare Lebensmittel – dazu zählen Brot, abgepackte Wurst, Käse, Bananen und Äpfel. Zudem seien Tickets für Bus und Bahn eine sinnvolle Idee – so können sich Obdachlose zumindest einige Zeit im Warmen aufhalten. Auch ein heißes Getränk kann weiterhelfen. Besonders Schlafsäcke, Winterkleidung, Unterwäsche und warme Socken werden in Kleiderkammern im Winter benötigt.
Welche Hilfsangebote gibt es für Obdachlose?
In jeder größeren Stadt gibt es Hilfsangebote. In Berlin kümmert sich unter anderem die Kältehilfe der Stadtmission um Obdachlose. Zu den Angeboten zählen Notübernachtungen, Kältebusse und mobile Ambulanz, Kleiderkammer sowie Seelsorge und medizinische Hilfen. Der DRK-Wärmebus ist täglich zwischen 18 bis 24 Uhr unter der Nummer 030 600300 1010 erreichbar. Das Team steuert bekannte Übernachtungsplätze an und reagiert auf Hinweise aus der Bevölkerung, die auf hilfebedürftige Personen aufmerksam machen.
Hilfe-Nummern für obdachlose Menschen
- Berlin: 0178 / 523 5838
- Hamburg: 040 / 401 782 15
- München: 089 / 200 045 930
- Köln: 0221 / 259 742 44
- Frankfurt: 069 / 431 414
- Stuttgart: 0711 / 219 547 76
Was tun, wenn obdachlose Menschen Hilfe ablehnen?
Wenn obdachlose Menschen die Hilfe ablehnen, sollte das akzeptiert werden. Denn Hilfe sollte angeboten, aber nicht erzwungen werden. Jedoch gibt es eine Ausnahme: Wenn ein Obdachloser stark gefährdet ist, hat der Schutz des Lebens Vorrang und dann kann professionelle Hilfe hinzugezogen werden. Bei Lebensgefahr sollte immer die 112 gewählt werden! Besteht eine Notlage und hilft man nicht, gilt das als unterlassene Hilfeleistung und ist in Deutschland strafbar.


















































