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Weltweite Pandemie im Meer: Seeigel-Sterben bedroht Korallenriffe

iStock / Ilja Enger-Tsizikov

Weltweit sterben Seeigel in großer Zahl. Das Massensterben der Tiere bedroht die Unterwasserwelt – insbesondere Korallenriffe. Grund dafür ist eine Pandemie im Meer. 

Seeigel sind zwar schmerzhaft für Menschen, jedoch enorm wichtig für die Unterwasserwelt. Eine globale Pandemie im Meer bedroht die Tiere weltweit und lässt sie zu Knochen zerfallen – diese erreicht nun auch den Indischen Ozean. Zuvor wurde die tödliche Krankheit in der Karibik, dem Mittelmeer und dem Roten Meer festgestellt und hat extreme Auswirkungen auf die Seeigel-Populationen. Auf den US-amerikanischen Virgin Islands wurden die ersten Fälle im Jahr 2022 gemeldet.

Laut Forschern: Korallenriffe durch Seeigel-Sterben extrem gefährdet

Die Erkrankung wird durch Parasiten hervorgerufen – es handelt sich dabei um ein kleines Wimpertierchen. Am Strand der Insel La Réunion wurden unzählige tote Seeigel gefunden. Das große Seeigel-Sterben bedroht vor allem Korallenriffe. Denn Seeigel fressen Algen – diese würden Korallen überwuchern und abtöten. Durch die Seeigel ist das Szenario nicht eingetreten. Sterben diese jedoch in einer großen Anzahl, stellen die Algen eine große Bedrohung für die Korallen dar.

Die Forscher um Omri Bronstein von der Tel Aviv University haben das Seeigel-Sterben genauer unter die Lupe genommen. „Das Sterben erstreckt sich nun über das Rote Meer, den Golf von Oman und den Westindischen Ozean wobei der Rückgang der Populationen an einigen Stellen 100 Prozent erreichte“, schreiben die Wissenschaftler in einer Studie laut dem Fachjournal Current Biology. Da der Erreger übers Wasser verbreitet wird, kann er schnell große Gebiete befallen.

Weiter heißt es darin: „In unserer Studie haben wir auch gezeigt, dass sich die Epidemie entlang der Verkehrswege ausgebreitet hat. Das beste Beispiel ist dabei der Bereich um Nueiba auf dem Sinai, wo die Fähre aus der jordanischen Stadt Akaba anlegt. Als wir unseren Bericht im letzten Jahr veröffentlichten, wussten wir bereits von dem Seeigel-Sterben in Akaba, hatten aber noch keine Anzeichen für den Befall im Sinai-Bereich gefunden. Der erste Ort, an dem wir dort schließlich ein Seeigel-Sterben feststellten, war neben der Anlegestelle in Nueiba. Zwei Wochen später hatte die Epidemie dann auch schon Dahab, etwa 70 Kilometer weiter südlich, erreicht.“

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