Darf heißer Kakao mit Schuss noch „Lumumba“ heißen? Die Bezeichnung ist seit Jahren umstritten, weil ein erschossener afrikanischer Politiker den gleichen Namen trug. Der Weihnachtsmarkt in Kassel streicht „Lumumba“ nun von der Getränkeliste.
In der kalten Jahreszeit ist oft „Lumumba“ auf Getränkelisten zu lesen – vor allem auf Weihnachtsmärkten. Es handelt sich dabei um Kakao mit Rum. Das Getränk ist Geschmackssache – der Name ist aber ebenfalls umstritten und sorgt schon seit Jahren für Diskussionen.
Weihnachtsmarkt Kassel verbietet „Lumumba“ auf der Getränkeliste
Der Unabhängigkeitskämpfer Patrice Lumumba hieß so. Deshalb wird das Getränk in Verbindung mit diesem Namen als rassistisch angesehen. Standbetreiber auf dem Weihnachtsmarkt in Kassel sollen Kakao-Getränke mit Rum künftig nicht mehr unter dem Namen „Lumumba“ anbieten, wie Kassel Marketing mitteilt. Wer sich nicht dran hält, könne ermahnt werden. Bei der zweiten Ermahnung droht der Rausschmiss auf dem Weihnachtsmarkt.
Dem Unternehmen sei es wichtig, „dass der Weihnachtsmarkt ein Ort ist, an dem sich alle Menschen willkommen und respektiert fühlen“, sagt eine Sprecherin laut der „Deutschen Presse-Agentur“. Kritiker sehen die Bezeichnung deshalb kritisch, weil das Getränk mit Schuss den Namen eines Mannes trägt, der in den 60er Jahren erschossen wurde.
Auch auf dem Bremerhavener Weihnachtsmarkt wurde den Standbetreibern empfohlen, das Getränk umzubenennen. „Wir haben die Schausteller über die Problematik aufgeklärt und sie gebeten, künftig keine Getränke mehr mit der Bezeichnung ‚Lumumba‘ anzubieten“, sagte Michael Gerber, Geschäftsführer der Erlebnis Bremerhaven GmbH. Jedoch mache man den Standbetreibern keine Vorschriften.
Patrice Lumumba war im Jahr 1960 erster Premierminister des unabhängigen Kongo und einer der Vorkämpfer der afrikanischen Unabhängigkeitsbewegung. Bei einem Staatsstreich wurde er gestürzt und schließlich erschossen.











































