Am Wochenende geht das Licht für immer aus: Der legendäre Berliner LGBTQ-Club „Die Busche“ macht nach 40 Jahren endgültig dicht. Die Gay-Location ist weit über die Grenzen der Hauptstadt bekannt.
An der Buschallee in Berlin-Weißensee begann die Ära der „Busche“ im Jahr 1985. In den vergangenen 20 Jahren war der Club an der Warschauer Straße zu Hause. Doch nach 40 Jahren ist Schluss: Am Wochenende soll die letzte Party in der Location stattfinden.
„Ein letztes Mal tanzen. Ein letztes Mal lachen. Ein letztes Mal durchdrehen, als gäbe es kein Morgen. Kommt vorbei und feiert mit uns Open End! Das Busche-Team sagt Danke für all die unvergesslichen Nächte, die Liebe, die Energie – und vor allem: für Euch. Goodbye – aber mit einem Knall! Und wer weiß… vielleicht sehen wir uns irgendwann wieder“, heißt es in einer Ankündigung bei Facebook.
Darum macht „Die Busche“ nach 40 Jahren dicht
Die Betreiberin begründete die Schließung mit den gestiegenen Kosten. „Strom, Gema, Versicherungen, Müllabfuhr, Miete, Lohnkosten. Das kann man als kleines Unternehmen nicht mehr auffangen. […] Wir können diese ganzen Kosten nicht umlegen“, sagt Betreiberin Carla Pahlau in einem Interview mit der B.Z. Seit der Corona-Pandemie sind die Besucherzahlen deutlich zurückgegangen: „Die Clubkultur nicht mehr die gleiche.“
Für Ex-Kultursenator Klaus Lederer hat das Aus der „Busche“ eine politische Dimension: „Auch solche Anlaufpunkte brauchen queere Menschen, denn unsere Communitys sind vielfältig. […] Gehen sie verloren, wird der soziale Kosmos kleiner, Berlin ärmer und queeres Leben unsicherer“, sagte der Politiker der Zeitung. Selbst er ging in der „Busche“ immer feiern: „Die Busche war für mich vor allem als Jugendlicher wichtig. Sie war ein Treffpunkt, um Bekannten zu begegnen, zu feiern und Kontakte zu knüpfen. Meist gab es den klassischen Discosound der 1990er-Jahre. Und wir sahen auch so Nineties aus!“
Eine Flüchtlingsunterkunft gegenüber dem Gay-Club sorgte für Zündstoff
Vor rund zwei Jahren sorgte eine Flüchtlingsunterkunft gegenüber der „Busche“ für Zündstoff. „In den letzten Monaten erhöhte sich die Zahl der Straftaten gegen homosexuelle Personen in Berlin enorm“, schrieb die „Busche“-Betreiberin damals in einem offenen Brief, welcher der Bild-Zeitung vorlag. Carla Pahlau drohte bereits damals mit der Club-Schließung, wenn es zu Auseinandersetzungen zwischen den Besuchern ihrer Location und den Bewohnern der Asylunterkunft kommen sollte. Die CDU-Abgeordneten Timur Husein und Kurt Wansner konnten die Bedenken bezüglich des Standortes nachvollziehen. Denn neben dem LGBTQ-Club befinden sich in der Nähe der Asylunterkunft auch die Großraumdisko „Matrix“, die Warschauer Brücke, wo die Kriminalitätsrate sehr hoch sei und der Drogen-Hotspot Görlitzer Park.


















































