Junge Katzen greifen mitunter aus reiner Neugierde zu einigen Körnchen Katzenstreu. Bei älteren Tieren kann dieses Verhalten jedoch ein Warnsignal sein: Neben mangelnder Beschäftigung kommen auch ernsthafte Erkrankungen als Ursache infrage.
Dass Katzen gelegentlich ungewöhnliche Verhaltensweisen zeigen, ist nicht ungewöhnlich. Manche davon wirken allerdings so skurril, dass sie Tierhalter verunsichern. Frisst eine Katze plötzlich Katzenstreu, ist besondere Aufmerksamkeit geboten. Denn dieses Verhalten kann gesundheitliche Risiken bergen und im schlimmsten Fall lebensbedrohlich sein.
Vielfältige Ursachen für ungewöhnliches Fressverhalten
Warum Katzen Katzenstreu fressen, lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Gründe sind vielfältig und hängen unter anderem vom Alter, dem individuellen Fressverhalten, erlernten Mustern sowie vom allgemeinen Gesundheitszustand des Tieres ab.
Unterforderung und Langeweile
Viele Katzen verbringen ihren Alltag mit Beobachten, Spielen oder Klettern. Fehlt es jedoch an ausreichender Beschäftigung, beginnen insbesondere intelligente und aktive Tiere, ihre Umgebung intensiver zu erkunden – auch das Katzenklo. Um dem entgegenzuwirken, sollten Halter für mehr Abwechslung und Beschäftigungsmöglichkeiten sorgen.
Nährstoffmangel
Auch bei guter Pflege kann es vorkommen, dass Katzen nicht ausreichend mit allen notwendigen Nährstoffen versorgt werden. Nicht jedes Futter bietet eine optimale Zusammensetzung von Makro- und Mikronährstoffen. Ein möglicher Mangel kann dazu führen, dass Katzen versuchen, diesen durch das Fressen von Katzenstreu auszugleichen.
Parasitenbefall im Magen-Darm-Trakt
Ein Befall mit Würmern kann ebenfalls hinter dem Verhalten stecken. Regelmäßige Entwurmungen sowie entsprechende Tests können helfen, einen Befall frühzeitig zu erkennen. Verschlechtert sich der Zustand der Katze zusätzlich, sollte unbedingt ein Tierarzt aufgesucht werden.
Blutarmut (Anämie)
Auch eine Anämie kann dazu führen, dass Katzen Katzenstreu fressen. Typische Anzeichen sind blasse Schleimhäute, etwa am Zahnfleisch, sowie Müdigkeit und allgemeine Schwäche. Eine Blutuntersuchung kann hier schnell Klarheit schaffen.
Besondere Vorsicht bei älteren Katzen
Zeigt eine ältere Katze plötzlich dieses Verhalten, ist besondere Wachsamkeit erforderlich. Häufig versuchen Tiere instinktiv, gesundheitliche Probleme selbst zu kompensieren. Hinter dem Fressen von Katzenstreu können daher ernsthafte Erkrankungen stecken, darunter Diabetes mellitus, Nieren- oder Lebererkrankungen sowie Störungen des zentralen Nervensystems. Auch Erkrankungen innerer Organe kommen als Ursache infrage.
Gesundheitsrisiko durch Katzenstreu
Unabhängig von der Ursache stellt das Fressen von Katzenstreu selbst ein erhebliches Risiko dar. Zwar sind viele Streusorten frei von Giftstoffen, dennoch können scharfkantige Partikel den Verdauungstrakt verletzen. Besonders gefährlich ist die Eigenschaft des Streus, Flüssigkeit aufzunehmen und aufzuquellen. Dadurch kann es im Magen-Darm-Trakt verklumpen und Verstopfungen verursachen – im schlimmsten Fall sogar einen lebensgefährlichen Darmverschluss.
Was Tierhalter tun sollten
Um dem Verhalten vorzubeugen, sollten Halter auf eine ausgewogene Ernährung mit ausreichend Mikronährstoffen achten. Ebenso wichtig ist eine abwechslungsreiche Gestaltung des Katzenalltags, etwa durch Kratzbäume, Spielzeuge und regelmäßige Beschäftigung.
Besteht Unsicherheit über die Ursache oder der Verdacht auf eine Erkrankung, sollte nicht gezögert werden: Ein Besuch beim Tierarzt ist in diesem Fall dringend zu empfehlen.














































