Chemsex wird in Deutschland angeblich immer beliebter. Doch was steckt eigentlich dahinter und wieso ist er so gefährlich? Nun warnt sogar die Bundesregierung davor.
Die Deutsche Aidshilfe geht von einer Zunahme von Chemsex aus. Belegbare Zahlen gibt es jedoch nicht. Viele wissen jedoch gar nicht, was hinter Chemsex steckt und wieso die Praktik extrem gefährlich sein kann. KUKKSI beantwortet dazu die wichtigsten Fragen.
Was ist Chemsex?
Unter Chemsex versteht man Geschlechtsverkehr unter Drogeneinfluss. Einige Menschen erhoffen sich durch chemische Substanzen, das sexuelle Erlebnis zu intensivieren oder ihre Hemmungen abzubauen. Das Phänomen ist vor allem in der schwulen Szene weit verbreitet. Verabredet wird sich meist in Dating-Apps – auch Gruppensex oder Sex-Partys unter Drogen kommen dabei häufig vor.
Welche Drogen werden dabei konsumiert?
Mephedron, kurz „Mephi“ (Kristalle oder Pulver)
Mephedron wirkt aufputschend und hat einen strengen Geruch. Eine hohe Dosierung kann unter anderem zu Herzrasen, Angstzuständen und Paranoia führen.
GHB und GBL, kurz „G“ (klare Flüssigkeit)
GHB und GBL wirken entspannt. Bei einer höheren Dosis kann die Flüssigkeit jedoch einschläfernd wirken. GHB und GBL werden auch als K.O.-Tropfen bezeichnet. Bei einer zu hohen Dosierung kann man ohnmächtig werden – und im schlimmsten Fall sogar tödlich enden.
Crystal Meth (Kristalle)
Crystal Meth zählt zu einer der gefährlichsten Drogen und kann schnell in die Abhängigkeit führen. Die Kristalle enthalten den Wirkstoff Methamphetamin und halten mehrere Tage am Stück wach.
Monkey Dust (Pulver oder Kristalle)
Bei Monkey Dust handelt es sich um eine weitgehend neue Droge – deswegen ist über die Substanz noch nicht viel bekannt. Laut Experten kann sie jedoch Psychosen auslösen. Die Droge wird auch „Flex“ oder „Alpha“ genannt.
Warum ist Chemsex so gefährlich?
Neben den genannten Drogen werden auch andere Substanzen wie Ketamin oder Poppers konsumiert. Chemsex gilt als besonders riskant – die Drogen führen zu einer falschen Wahrnehmung, können abhängig machen und bei einer Überdosierung drohen schwere gesundheitliche Folgen. Im schlimmsten Fall kann eine Einnahme sogar mit dem Tod enden. Denn viele können die Risiken nicht abschätzen.
Auch die Langzeitfolgen sind nicht zu unterschätzen. Der intensive Drogenkonsum kann Herz-Kreislauf-Erkrankungen, neurologische Störungen, Schäden an der Leber sowie ein stark geschwächtes Immunsystem verursachen. Auch Beziehungsunfähigkeit und Depressionen sind durch den Konsum keine Seltenheit.
Zudem sinken bei Chemsex die Hemmungen – unter anderem wird die Verhütung nicht mehr allzu sehr ernst genommen. Experten sehen deshalb auch einen Zusammenhang zwischen Chemsex und HIV-Infektionen. Auch das Risiko für andere sexuell übertragbare Krankheiten steigt.
Sogar die Bundesregierung warnt vor Chemsex
Hendrik Streeck, der Drogenbeauftragte der Bundesregierung, warnt vor steigenden Fallzahlen. „Wir sehen in Deutschland, aber auch in Europa immer mehr Chemsex, also Sexualverkehr nur noch im Zusammenhang mit bestimmten Drogen“, erklärte der CDU-Politiker im Jahr 2025 in einem Interview mit dem ZDF. Und weiter: „Wir sollten mehr aufklären, dass da auch bestimmte andere Abhängigkeiten entstehen können, dass man zum Beispiel nur Sex haben kann mit bestimmten Drogen.“
Der queerpolitische Sprecher der Linksfraktion im Bundestag, Maik Brückner, kritisiert jedoch: Er nehme nicht wahr, „dass die Regierung das Thema Chemsex überhaupt zur Kenntnis genommen hätte, geschweige denn eine schlüssige Strategie mit klarer Umsetzungsperspektive“ habe.
HINWEIS DER REDAKTION | Wenn du selbst ein Suchtproblem mit illegalen Drogen hast, kannst du dich jederzeit an den Bundesverband Suchthilfe unter suchthilfe.de wenden.


















































