Liebe

Fremdgehen: Sollte man einen Seitensprung beichten oder besser schweigen?

Seitensprung
iStock / nicoletaionescu

Wer untreu geworden ist, plagt danach oft das schlechte Gewissen. Viele möchten den Seitensprung beichten, um ehrlich zu sein oder sich selbst zu entlasten. Doch ist das wirklich immer die beste Entscheidung? Eine Expertin meint: Bei einem einmaligen Ausrutscher kann Schweigen die bessere Lösung sein.

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Laut Umfragen haben rund ein Drittel der Frauen und Männer ihre Partnerin oder ihren Partner schon einmal betrogen. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – häufig spielen mangelnde Kommunikation oder fehlende Aufmerksamkeit in der Beziehung eine Rolle. Ein Seitensprung ist deshalb für viele Paare ein sensibles Thema.

Fremdgehen: Beichten oder lieber schweigen?

Betrogen zu werden, ist für die meisten Menschen ein schwerer Vertrauensbruch. Doch was sollte der Fremdgeher danach tun? Den Seitensprung beichten oder lieber für sich behalten? Schließlich könnte ein Geständnis auch egoistisch sein, wenn es nur dazu dient, das eigene Gewissen zu erleichtern. Andererseits wirkt Schweigen auf viele feige. Wie also geht man nach einem Fehltritt richtig mit der Situation um?

Die Gründe für den Seitensprung sind entscheidend

Entscheidend ist vor allem, warum es überhaupt zum Fremdgehen gekommen ist. „Für Fremdgehen gibt es viele verschiedene Ursachen, so kann ein Seitensprung spontan und aus dem Affekt heraus geschehen, sich anbahnen oder vielleicht auch geplant sein“, sagt Sexual-Coach Mignon Kowollik gegenüber watson.de.

Wer über Wochen oder sogar Monate heimlich Nachrichten austauscht und eine Affäre gezielt vorbereitet, begeht einen bewussten Vertrauensbruch. Anders sieht es bei einem einmaligen One-Night-Stand aus, der beispielsweise im Vollrausch und ohne Planung passiert.

Laut Expertin: Bei einem einmaligen Ausrutscher lieber schweigen

„In vielen Fällen ist Ehrlichkeit zwar wichtig, doch es ist genauso bedeutend, die Beweggründe für den Fehltritt zu verstehen“, sagt Mignon Kowollik. Der Sex-Coach erklärt weiter: „Wenn das Fremdgehen eine einmalige Aktion war, und auf dem festen Entschluss basiert, dies nicht noch einmal zu tun, könnte es besser sein, dies für sich zu behalten und an der eigenen Beziehung zu arbeiten.“

Im Klartext bedeutet das: War der Seitensprung über längere Zeit geplant oder handelt es sich um eine Affäre, sollte man offen mit seiner Partnerin oder seinem Partner darüber sprechen. Schließlich handelt es sich um einen bewussten Vertrauensbruch. Anders bewertet die Expertin hingegen einen einmaligen One-Night-Stand im Vollrausch. Wer sich sicher ist, dass dieser Fehltritt eine einmalige Ausnahme bleibt, sollte nach ihrer Einschätzung lieber schweigen und stattdessen an der Beziehung arbeiten.

Entscheidend für eine funktionierende Partnerschaft bleibt jedoch die Kommunikation. Fehlt der offene Austausch und kommt es deshalb zu einem Seitensprung, liegen die eigentlichen Probleme meist deutlich tiefer. „Letztendlich ist die Erwartung, dass der Partner einen zu hundert Prozent und jederzeit vollkommen sowohl emotional als auch sexuell befriedigen kann, für einen einzigen Menschen kaum zu erfüllen“, stellt die Expertin klar.

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