Die ausgebliebene Erhöhung des Rundfunkbeitrags setzt den MDR zunehmend unter Spardruck. Das macht sich nun offenbar auch im Programm bemerkbar: Das Magazin „MDR um Zwei“ soll zum Jahresende nach knapp 13 Jahren eingestellt werden.
Im Jahr 2014 ging „MDR um Zwei“ erstmals auf Sendung. Von Montag bis Freitag beschäftigt sich das Magazin mit Themen aus Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt. Zum Jahresende soll damit nun offenbar Schluss sein, wie die „Mitteldeutsche Zeitung“ berichtet. Landesfunkhauschef Tim Herden soll die Belegschaft am Standort Magdeburg bereits informiert haben.
MDR-Sprecher Michael Naumann wollte die Einstellung von „MDR um Zwei“ zwar noch nicht endgültig bestätigen, verwies in einem Statement jedoch auf den Sparzwang des öffentlich-rechtlichen Senders.
„Die bislang durch die Bundesländer seit 1.1.2025 nicht erfolgte Umsetzung der Erhöhung des Rundfunkbeitrags bedeutet für den MDR eine umfangreiche Budget-Kürzung. Diese Situation zwingt den MDR zu strategischen Entscheidungen, die sich unvermeidbar auch auf den Umfang unserer Programmangebote auswirken werden. Gleichzeitig geht es darum, die Stärken des MDR zu bewahren“, teilt Sendersprecher Michael Naumann gegenüber „DWDL“ mit.
Bereits im Jahr 2023 wurde das Vorgängerformat „MDR um elf“ nach 20 Jahren eingestellt. Die Nachmittagssendung sollte damals einen Ausgleich schaffen. Sollte „MDR um Zwei“ zum Jahresende tatsächlich eingestellt werden, würde der Sender künftig erst um 16 Uhr in seine Live-Strecke einsteigen. Allerdings leisten sich inzwischen auch die anderen Dritten Programme der ARD kein tägliches Magazin mehr am frühen Nachmittag. Intern wird dem Bericht zufolge jedoch bereits über ein Nachfolgeformat von „MDR um Zwei“ diskutiert – allerdings ausschließlich als Streamingangebot und nicht mehr für das lineare Fernsehen.
MDR muss mindestens 30 Millionen Euro einsparen
MDR-Intendant Ralf Ludwig hatte bereits in einem Interview mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ angedeutet, dass der MDR insgesamt 30 Millionen Euro einsparen müsse, sollte die geringe Rundfunkbeitragserhöhung ab 2027 kommen. Bleibt diese aus, dürfte der Sparzwang noch größer werden: Dann müsste der öffentlich-rechtliche Sender sogar 60 Millionen Euro einsparen.

















































