Eigentlich sollte Bundeskanzler Friedrich Merz bei RTL mit Bürgern über deren Sorgen und Probleme sprechen. Doch ausgerechnet das Gespräch mit Kinderärztin Bea Merscher eskalierte zum heftigen TV-Schlagabtausch. Die Medizinerin fuhr schwere Geschütze gegen den CDU-Politiker auf – und legte nach der Sendung sogar noch einmal nach. Jetzt schaltet sich RTL ein und widerspricht ihr öffentlich.
In „Am Tisch mit Friedrich Merz“ stellte sich der Bundeskanzler den direkten Fragen der Bürger. Besonders hitzig wurde es beim Thema Gesundheitspolitik. Bea Merscher bezeichnete politische Maßnahmen als „menschenverachtend“ und „zerstörerisch“. Dann folgte der wohl härteste Vorwurf des Abends: „Warum brechen Sie Ihren Amtseid?“
Friedrich Merz: „Das ist eine persönliche Herabsetzung“
Das ging Friedrich Merz deutlich zu weit. „Das ist eine persönliche Herabsetzung. Die geht zu weit“, konterte der Bundeskanzler. Doch Bea Merscher ließ nicht locker und warnte eindringlich vor Einsparungen bei jungen Patienten: „Wenn Sie bei Kindern sparen, sägen Sie am eigenen Ast.“
Friedrich Merz hielt dagegen. Er verwies unter anderem auf gestiegene Ausgaben im Gesundheitswesen und machte deutlich, dass gleichzeitig ein weiterer Anstieg der Krankenversicherungsbeiträge für Arbeitnehmer verhindert werden müsse.
Doch offenbar war der Zoff mit dem Ende der Aufzeichnung noch nicht vorbei. Bea Merscher behauptete anschließend, Friedrich Merz habe ihre Aussagen beim Fototermin als „straffällig“ bezeichnet und sie später ausgelacht.

RTL / picture alliance / Marten Ronneburg
RTL widerspricht der Kinderärztin
Nun meldet sich RTL zu Wort – und widerspricht der Darstellung von Bea Merscher deutlich. „Mit Befremden haben wir die Äußerungen von Frau Merscher auf Social Media zur Kenntnis genommen. Ich kann in keiner Weise bestätigen, dass sich der Bundeskanzler nach der Sendung, als die Kameras aus waren, herablassend gegenüber Frau Merscher geäußert hat“, erklärt RTL-Chefredakteur Gerhard Kohlenbach gegenüber der „Bild“-Zeitung.
Auch außerhalb des Fernsehstudios macht Bea Merscher weiter gegen den Kurs der Bundesregierung mobil. In den sozialen Netzwerken sammelt die Kinderärztin Spenden und Unterstützung. Für die kommende Woche hat sie zudem eine Demonstration vor dem Reichstag angemeldet.
Unter dem Motto „Es reicht! Gesundheit statt Sparwahn“ will Bea Merscher gegen Einsparungen im Gesundheitswesen und weitere Kürzungen bei Sozialleistungen protestieren. Der heftige Schlagabtausch mit Friedrich Merz dürfte damit für die Kinderärztin noch längst nicht beendet sein.

















































