Es gehört zu den schönsten Dingen im Leben, sich als Teenager das erste Mal zu verlieben. Für die Sprösslinge einer christlichen Familie wird dies im Film „Gotteskinder“ jedoch zum Problem und zeigt, wenn Gefühle und Religion kollidieren.
Das deutsche Coming-of-Age-Drama „Gotteskinder“ war im vergangenen Frühjahr in ausgewählten Kinos zu sehen. Der Film feierte am 14. November 2025 seine TV-Premiere beim Kultursender ARTE und ist auch in der Mediathek des Kanals auf Abruf verfügbar.
Darum geht es in „Gotteskinder“
Hannah und Timotheus wachsen in einer streng evangelikalen Familie auf. Während Hannah durch den rebellischen Nachbarsjungen Max in Versuchung gerät, ihr Keuschheitsgelübde zu brechen, kämpft Timotheus mit verbotenen Gefühlen für seinen Freund Jonas. Die zwei Jungs begegnen sich ausgerechnet in einem „Heilungsseminar“ wieder – und dort wird das Verdrängen unmöglich. Zwischen familiärem Druck, religiösem Gehorsam und jugendlicher Sehnsucht suchen die Geschwister nach ihrem eigenen Weg zwischen Glauben und Freiheit.
Auf den ersten Blick wirken sie wie eine ganz normale Familie – doch der Glaube bestimmt jedes Detail in ihrem Alltag.
Hannah und ihr jüngerer Bruder Timotheus wachsen in einem streng evangelikalen Umfeld auf. Hannah lebt ihren Glauben mit voller Hingabe, engagiert sich in der Freikirche und hat ein Keuschheitsgelübde abgelegt. Als jedoch der rebellische Nachbarsjunge Max in ihr Leben tritt, gerät sie ins Wanken: Zwischen jugendlicher Sehnsucht und kirchlichen Regeln fällt es ihr zunehmend schwer, ihr Versprechen einzuhalten. Die Erwartungen ihrer Familie und die Meinungen Gleichaltriger verstärken ihre innere Zerrissenheit.
Auch Timotheus steckt in einem Kampf mit sich selbst. Er hat Gefühle für seinen Freund Jonas, die in seiner religiösen Welt als schwere Sünde gelten. Um sich von diesen Gedanken zu befreien, nimmt er an einem Seminar zur „Heilung” teil. Doch die Situation wird komplizierter, als er erfährt, dass auch Jonas daran teilnimmt. Anstatt zu lernen, seine Gefühle zu unterdrücken, wird die Nähe zu Jonas für ihn noch schwieriger auszuhalten.
Unter dem Druck ihrer Eltern suchen beide Geschwister zunehmend nach einem Weg, Glauben, Anerkennung und jugendliche Identität miteinander zu vereinbaren. Zwischen Loyalität zur Familie, religiösem Gehorsam und dem Wunsch nach einem selbstbestimmten Leben beginnt für Hannah und Timotheus eine schmerzhafte Suche nach Freiheit und Zugehörigkeit.
Das Drama „Gotteskinder“ gewährt einen eindringlichen Blick in das Leben einer streng evangelikalen Familie, deren Glaubensprinzipien für die Kinder zunehmend zur Belastung werden. Nach intensiver Recherche legt die Drehbuchautorin und Regisseurin Frauke Lodders ihr Spielfilmdebüt vor, das 2024 beim Filmfestival Max Ophüls Preis Premiere feierte und der Preis der Jugendjury gewann. In den Hauptrollen überzeugen Flora Li Thiemann („Tigermilch“, 2017) und Serafin Mishiev („Nackt über Berlin“, 2023) als Geschwister Hannah und Timotheus sowie Bettina Zimmermann („Die Jagd nach dem Bernsteinzimmer“, 2012) und Mark Waschke („Der menschliche Faktor“, 2021) als ihre kompromisslosen Eltern.


















































