Norbert Rier von den Kastelruther Spatzen nimmt kein Blatt vor den Mund – und rechnet jetzt mit den Schlagershows im TV ab. Der Sänger findet deutliche Worte für die Sendungen von Florian Silbereisen und Giovanni Zarrella. Besonders die Auswahl der Gäste sorgt bei dem Musiker für Kopfschütteln.
Seit Jahrzehnten begeistern die „Kastelruther Spatzen“ mit ihrer Musik ein Millionenpublikum. Doch während die Volksmusikgruppe bei ihren eigenen Konzerten riesige Erfolge feiert, ist sie in den großen Samstagabendshows nur selten vertreten. Frontmann Norbert Rier (66) kann mit der Entwicklung der TV-Unterhaltung offenbar wenig anfangen und macht aus seiner Enttäuschung kein Geheimnis.
Norbert Rier kritisiert die Gästelisten der Schlagershows
Ob beim „Schlagerbooom“ mit Florian Silbereisen (45) oder in der „Giovanni Zarrella Show“: Namen wie Roland Kaiser (74) oder Maite Kelly (46) tauchen regelmäßig auf den Gästelisten auf. Andere erfolgreiche Musiker sind dagegen deutlich seltener zu sehen. Genau das stört Norbert Rier. Im Gespräch mit „Schlager.de“ kritisiert er: „Da sind halt nur immer wieder die bestimmten Künstler dabei, die da mit in dem Boot drinnen sind.“
Nach seiner Einschätzung haben auch Plattenfirmen und Medien erheblichen Einfluss darauf, welche Künstler im Fernsehen auftreten dürfen. Dadurch würden andere Talente seiner Meinung nach nicht ausreichend berücksichtigt.
Doch nicht nur die Gästelisten sind dem Sänger ein Dorn im Auge. Auch die aufwendige Gestaltung der Sendungen gefällt ihm nicht. Bei den zahlreichen Lichtern und Effekten „kriegt man direkt Kopfweh“, erklärt er. Schließlich sollte bei einer Musikshow vor allem die Musik im Mittelpunkt stehen.
„Man schüttelt manchmal schon den Kopf“
Trotz seiner deutlichen Worte versucht der Musiker, die Angelegenheit gelassen zu betrachten: „Man sollte sich nicht ärgern, aber man schüttelt manchmal schon den Kopf.“

Florian Silbereisen wehrt sich gegen die Kritik
Der Vorwurf, dass in den großen Schlagershows ständig dieselben Künstler auftreten, ist nicht neu. Florian Silbereisen hat sich bereits in der Vergangenheit dagegen gewehrt. „Wir haben in den letzten Jahrzehnten so vielen neuen Stars eine Chance gegeben“, erklärte der Moderator gegenüber der Schweizer Zeitung „Blick“.
Auch Giovanni Zarrella verteidigte das Konzept seiner Sendung. Gegenüber der „Münchner Abendzeitung“ betonte er, dass die Shows „spannend und abwechslungsreich“ bleiben sollen.
Norbert Rier bleibt dennoch bei seiner Kritik. Für ihn zählt vor allem die Leidenschaft für die Musik. Jungen Künstlern rät er deshalb zu Geduld und dazu, sich nicht von großen Erwartungen unter Druck setzen zu lassen. Die „Kastelruther Spatzen“ hätten schließlich selbst gelernt, trotz ihres Erfolgs bodenständig zu bleiben.

















































