Dieses Interview sorgte für mächtig Wirbel – jetzt zieht das ZDF Konsequenzen! Nach dem umstrittenen Auftritt des AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bei den Kindernachrichten „logo!“ räumt der Sender Fehler ein. Für die bevorstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wird das Konzept geändert.
Anfang September hatte die frühere Landesschülersprecherin Lucienne Balke sowohl Ulrich Siegmund als auch den damaligen Ministerpräsidenten und CDU-Spitzenkandidaten Sven Schulze interviewt. Ausschnitte aus beiden Gesprächen wurden bei „logo!“ gegenübergestellt. Zusätzlich stellte die Redaktion die jeweils rund halbstündigen Interviews in voller Länge ins Netz.
Vor allem das Gespräch mit Ulrich Siegmund löste anschließend eine heftige Debatte aus. Kritiker warfen dem Format vor, Aussagen des AfD-Politikers nicht ausreichend journalistisch eingeordnet zu haben. Eine von Schülerinnen und Schülern initiierte Petition gegen ein weiteres Interview nach diesem Prinzip sammelte inzwischen fast 300.000 Unterschriften. Auch beim ZDF-Fernsehrat gingen mehr als 100 Zuschriften ein.
ZDF räumt Fehler bei „logo!“ ein
Zunächst hatte das ZDF sein Vorgehen noch verteidigt und auf den Auftrag der Kindernachrichten verwiesen. Nun schlägt der Sender andere Töne an. „Im Nachhinein müssen wir feststellen, dass das gewählte redaktionelle Konzept nicht angemessen war“, erklärt das ZDF laut „DWDL“.
Das hat konkrete Auswirkungen auf die Berichterstattung zur Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern. Dort hatte „logo!“ ursprünglich ebenfalls Gespräche mit Ministerpräsidentin Manuela Schwesig (SPD) und AfD-Spitzenkandidat Enrico Schult vorgesehen.
Das Interview mit Enrico Schult wurde am 8. September schließlich von der „logo!“-Redaktion selbst geführt. Anders als beim Gespräch mit Ulrich Siegmund sollen die Aussagen diesmal jedoch redaktionell eingeordnet werden. Das ZDF will die Wahl in Mecklenburg-Vorpommern nach eigenen Angaben „auf eine andere Art und Weise begleiten“.
Auch der Deutsche Journalisten-Verband begrüßt die Kehrtwende. Der DJV-Bundesvorsitzende Mika Beuster sagt laut „DWDL“: „Dass ,logo!‘ vor der Wahl in Sachsen-Anhalt Ulrich Siegmund eine halbe Stunde hat schwadronieren lassen, hat zu Recht für viel Unmut gesorgt. Gut, dass sich das für Mecklenburg-Vorpommern nicht wiederholt.“
















































