Bei Waldbränden sind nicht nur die Flammen eine ernsthafte Gefahr. Auch der dichte Rauch kann die Gesundheit erheblich belasten – und das selbst in größerer Entfernung zum eigentlichen Feuer. Doch was macht Waldbrandrauch so gefährlich und wie kann man sich schützen?
Weite Teile Südeuropas kämpfen derzeit mit heftigen Waldbränden. In Spanien, Frankreich und Griechenland brechen immer wieder neue Feuer aus, Menschen müssen ihre Häuser verlassen und Einsatzkräfte kämpfen gegen die Flammen. Besonders große und intensive Brände lassen sich teilweise nur schwer unter Kontrolle bringen.
Inzwischen kämpft auch Belgien gegen einen verheerenden Waldbrand. Im Osten des Landes breiten sich die Flammen weiter in Richtung Nordrhein-Westfalen aus. Wegen der angespannten Lage hatte die Stadt Monschau die Bevölkerung dazu aufgerufen, ihre Häuser und Wohnungen vorsorglich zu verlassen.
Darum ist Waldbrandrauch so gefährlich
Doch selbst wer nicht unmittelbar von den Flammen bedroht ist, kann gesundheitlichen Gefahren ausgesetzt sein. Kardiologe Thomas Münzel warnt vor den Auswirkungen des Waldbrandrauchs, wie der „Deutschlandfunk“ berichtet. Dabei geht es längst nicht nur um die Belastung der Atemwege – auch das Herz-Kreislauf-System kann betroffen sein.
Ein besonders großes Problem stellt Feinstaub dar. Einen Großteil des Rauchs sollen winzige Partikel mit einem Durchmesser von etwa 2,5 Mikrometern ausmachen. Hinzu kommen unter anderem ultrafeine Partikel, Kohlenmonoxid, Stickoxide, Schwefeldioxid und polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe. Als besonders gesundheitsschädlich gilt jedoch der Feinstaub.
Die winzigen Teilchen können tief in die Lunge eindringen und teilweise sogar in den Blutkreislauf gelangen. Dadurch können sie sich auf verschiedene Organe auswirken. Nach Angaben des Umweltbundesamtes (UBA) kann Feinstaub Entzündungsreaktionen auslösen und Stress in den Zellen verursachen. Bei einer länger anhaltenden Belastung können gesundheitliche Folgen entstehen. Das UBA bringt Feinstaub unter anderem mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie Typ-2-Diabetes und Demenz in Verbindung.
Diese Menschen sind besonders gefährdet
Vor allem Menschen mit Asthma sowie chronischen Lungen- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen sollten vorsichtig sein. Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) kann der Rauch bestehende Beschwerden verschlimmern. Ein erhöhtes Risiko besteht außerdem für ältere Menschen, Schwangere sowie Säuglinge und Kinder, deren Lunge sich noch entwickelt. Auch Menschen mit Behinderungen und Einsatzkräfte, die bei der Brandbekämpfung unmittelbar dem Rauch ausgesetzt sind, zählen zu den Risikogruppen.
So kann man sich vor Waldbrandrauch schützen
Bei einer starken Rauchbelastung sollten gefährdete Personen möglichst in geschlossenen Räumen bleiben und körperliche Anstrengungen im Freien vermeiden. Die US-Umweltbehörde EPA empfiehlt zudem geeignete Luftreiniger mit Filtersystemen für Innenräume.
Lässt sich der Aufenthalt draußen nicht vermeiden, kann eine gut sitzende FFP2-Maske die Belastung durch Feinstaubpartikel reduzieren. Wichtig bleibt jedoch, Warnungen und Anweisungen der örtlichen Behörden zu beachten – insbesondere dann, wenn Evakuierungen angeordnet oder empfohlen werden.















































