Serie & Film

Transfeindliche Szenen: Macher räumen Fehler bei „Das Schweigen der Lämmer“ ein

"Das Schweigen der Lämmer"
IMAGO / United Archives

35 Jahre nach dem Kinostart von „Das Schweigen der Lämmer“ haben die Macher einige Fehler eingeräumt. Besonders die Darstellung der Figur Buffalo Bill steht dabei im Fokus. 

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„Das Schweigen der Lämmer“ basiert auf dem Roman von Thomas Harris und kam 1991 in die Kinos. Der Streifen war extrem erfolgreich und gewann sogar fünf Oscars. In den Kategorien Bester Film, Beste Regie, Bester Hauptdarsteller, Beste Hauptdarstellerin und Bestes adaptiertes Drehbuch räumte das Meisterwerk ab.

Der Film erzählt die Geschichte der FBI-Anwärterin Clarice Starling (Jodie Foster), die den Serienmörder Buffalo Bill jagt. Trotz des Erfolges gab es immer wieder Kritik von der queeren Community an der Figur des Serienmörders Buffalo Bill. Verkörpert wurde die Rolle von Schauspieler Ted Levine. Um seine Identität zu verändern, tötet er Frauen und trägt deren Haut als eine Art Anzug.

Besonders eine Szene sorgt für Unmut: Hannibal Lecter (Anthony Hopkins) sagt über Buffalo Bill, dass er „nicht wirklich transgender“ sei. Er glaubt, transsexuell zu sein – denn er hasst seine Identität. Er sei „tausendmal grausamer und furchterregender“, wenn man nach seiner Pathologie gehe. Wenn man nach der Logik geht: Transgeschlechtlichkeit ist also auch etwas Grausames.

„Ich bin in Bezug auf Transgender-Themen deutlich reifer geworden“

35 Jahre später räumen die Macher nun einige Fehler ein. Demnach könnte der Streifen aus heutiger Sicht problematisch sein. „Manche Aspekte des Films sind heute nicht mehr so ​​überzeugend. Wir wissen heute alle mehr, und ich bin in Bezug auf Transgender-Themen deutlich reifer geworden. Es gibt einige unglückliche Passagen im Drehbuch und im Film“, erklärt Ted Levine gegenüber „The Hollywood Reporter“.

Ted Levine hatte während der Dreharbeiten keine Bedenken. In den darauffolgenden Jahrzehnten hatte er jedoch ein tieferes Verständnis für die Erfahrungen von Transmenschen entwickelt. „Es ist einfach so: Mit der Zeit, durch die Auseinandersetzung mit Transmenschen und die Arbeit mit ihnen, und durch das bessere Verständnis ihrer Kultur und der Realität der Bedeutung von Geschlecht“, sagt der Schauspieler. Er fügt noch hinzu: „Es ist bedauerlich, dass der Film das verteufelt hat, und das ist verdammt falsch.“

Für das Team sei Buffalo Bill weder schwul noch trans gewesen. „Er war krank“, stellte Produzent Edward Saxon klar. „Während der Dreharbeiten stand für uns außer Frage, dass Buffalo Bill eine völlig abartige Persönlichkeit war – er war weder schwul noch trans. Er war krank. Insofern haben wir es übersehen. Meiner Ansicht nach waren wir uns der Tragweite vieler Stereotype und ihrer schädlichen Wirkung nicht ausreichend bewusst“, sagt er weiter.

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