Es ist ein Vermisstenfall, der seit mehr als vier Jahrzehnten Rätsel aufgibt: Im April 1985 verschwand der damals sechsjährige Sven Hollstein aus Ludwigshafen spurlos. Trotz intensiver Ermittlungen fehlt von dem Jungen bis heute jede Spur. Nun beschäftigt sich „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ erneut mit dem mysteriösen Verschwinden. Die Polizei hofft auf entscheidende Hinweise.
Ein kleiner Junge verschwindet am helllichten Tag – und niemand weiß, was mit ihm passiert ist. Am 15. April 1985 wurde Sven Hollstein gegen 16.55 Uhr zum letzten Mal gesehen. Der Sechsjährige hielt sich damals im Erdgeschoss eines Mehrfamilienhauses am Londoner Ring 9 im Ludwigshafener Stadtteil Pfingstweide auf. Danach verliert sich seine Spur.
Die Polizei leitete umfangreiche Suchmaßnahmen ein. Doch sämtliche Bemühungen blieben erfolglos. Wurde Sven Opfer eines Verbrechens oder ereignete sich ein tragischer Unfall? Auch 41 Jahre später gibt es darauf keine Antwort.
„Aktenzeichen XY“: Tatverdächtiger wurde vor Gericht freigesprochen
Im Laufe der Ermittlungen geriet ein Mann unter Verdacht. Er wurde festgenommen und musste sich vor Gericht verantworten. Allerdings endete der Prozess mit einem Freispruch, wie der SWR berichtet. Das Schicksal des kleinen Sven blieb weiterhin ungeklärt.
Zum Zeitpunkt seines Verschwindens war der Junge etwa 1,10 Meter groß und hatte eine schmächtige Statur. Er besaß braune Augen, blondes, gewelltes Haar und eine auffällige Zahnlücke, da ihm der linke Schneidezahn fehlte.
Auch seine damalige Kleidung ist bekannt: Sven trug eine dunkelblaue Jacke mit Pelzkragen, einen roten Pullover mit Norwegermuster sowie eine beige Cordhose. Dazu hatte er dunkelblaue Turnschuhe mit einer Indianerfigur an der Außenseite an.

Rudi Cerne hofft auf neue Hinweise
Bereits im Mai 2026 griff das Bundeskriminalamt den Fall im Rahmen seiner Kampagne „Spurlos verschwunden“ auf. Damit sollen ungeklärte Vermisstenfälle von Kindern und Jugendlichen wieder stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken.
Nun wird das Verschwinden am 4. November 2026 um 20.15 Uhr in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY… Ungelöst“ thematisiert. Moderator Rudi Cerne setzt große Hoffnungen in die erneute Fahndung.
„Die Öffentlichkeit kann Erinnerungen wecken und Menschen erreichen, die damals etwas beobachtet oder später von möglichen Zusammenhängen erfahren haben“, erklärt der Moderator laut RTL gegenüber der „Deutschen Presse-Agentur“.
Gleichzeitig weiß Rudi Cerne, wie belastend die erneute Beschäftigung mit dem Fall für die Angehörigen sein kann. „Vollständig ausschließen lässt sich eine erneute seelische Belastung leider nicht“, räumt er ein. Deshalb verzichte die Sendung „auf unnötig drastische Einzelheiten und jede Form der Sensationalisierung“.
Die Ermittler hoffen nun, dass sich nach mehr als vier Jahrzehnten doch noch jemand an eine entscheidende Beobachtung erinnert. Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Ludwigshafen unter der Telefonnummer 0621 963-23185 entgegen.
„Aktenzeichen XY… Ungelöst“ läuft am 04. November 2026 um 20.15 Uhr im ZDF.


















































