Wer durch Wien spaziert, entdeckt an einigen Straßenkreuzungen eine ungewöhnliche Besonderheit: Statt eines einzelnen Ampelmännchens leuchten dort zwei Männer oder zwei Frauen auf. Manche Figuren halten sogar Händchen oder haben ein Herz zwischen sich. Doch was steckt hinter den außergewöhnlichen Ampeln in der österreichischen Hauptstadt?
Wien ist bekannt für seine prachtvollen Gebäude, gemütlichen Kaffeehäuser und zahlreichen Sehenswürdigkeiten. Doch auch im ganz normalen Straßenverkehr gibt es einiges zu entdecken. Besonders auffällig sind die sogenannten Ampelpärchen, die sich deutlich von den klassischen Fußgängerampeln unterscheiden.
Die Ampelpärchen wurden 2015 eingeführt
Die Geschichte der ungewöhnlichen Verkehrssignale beginnt im Jahr 2015. Damals stand Wien ganz im Zeichen des Eurovision Song Contests. Nachdem Conchita Wurst den Musikwettbewerb 2014 gewonnen hatte, durfte Österreich die nächste Ausgabe ausrichten. Die Stadt Wien wollte das internationale Großereignis nutzen, um ein Zeichen für Vielfalt, Toleranz und ein respektvolles Miteinander zu setzen. Deshalb wurden an ausgewählten Kreuzungen neue Ampelmotive installiert.
Dabei waren nicht nur zwei Männer oder zwei Frauen zu sehen. Auch ein Mann und eine Frau wurden als Paar dargestellt. Einige der Figuren halten sich an den Händen, andere zeigen ein kleines Herz als Symbol der Liebe. Ursprünglich war die Aktion nur vorübergehend geplant. Doch aus der ungewöhnlichen Idee entwickelte sich eine Besonderheit, die bis heute zum Wiener Stadtbild gehört.

Die ungewöhnlichen Ampeln sorgten weltweit für Aufsehen
Die Aktion wurde schnell zu einem Gesprächsthema weit über Österreich hinaus. Sogar internationale Medien berichteten über die ungewöhnlichen Verkehrssignale. Allerdings gab es nicht nur Begeisterung: Auch politische Kritik wurde laut. Die FPÖ erstattete damals sogar Anzeige, weil sie rechtliche Bedenken gegen die neuen Symbole hatte.
Doch die Ampelpärchen verschwanden nicht. Wegen der großen Aufmerksamkeit entschied die Stadt bereits wenige Tage nach der Einführung, sie dauerhaft zu behalten. Aus einer zeitlich begrenzten Aktion war eine kleine Wiener Attraktion geworden.
Neben der Botschaft für Gleichberechtigung verfolgte die Stadt noch ein weiteres Ziel: Die auffälligen Motive sollten Fußgänger dazu bringen, bewusster auf die Ampeln zu achten und dadurch die Verkehrssicherheit verbessern.
Mittlerweile sind die verliebten Figuren längst ein beliebtes Fotomotiv. Wer Wien besucht, sollte deshalb nicht nur auf die berühmten Sehenswürdigkeiten schauen, sondern gelegentlich auch einen Blick auf die Fußgängerampeln werfen. Denn manchmal steckt selbst hinter einem roten oder grünen Licht eine besondere Geschichte.


















































