Reise

Matterhorn: Darum sieht der berühmte Berg von jeder Seite anders aus

Matterhorn 3
iStock / SCStock

Kaum ein Berg ist so leicht zu erkennen wie das Matterhorn. Die markante Felspyramide über Zermatt gehört zu den berühmtesten Wahrzeichen der Schweiz. Doch wer den 4.478 Meter hohen Berg von einer anderen Seite betrachtet, erlebt eine Überraschung: Plötzlich verändert sich seine vertraute Silhouette deutlich. Dafür gibt es eine einfache Erklärung.

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Auf Postkarten und Urlaubsfotos ist meistens eine bestimmte Perspektive zu sehen: das Matterhorn von der Schweizer Seite. Vor allem von Zermatt aus präsentiert sich der Gipfel in jener markanten Form, die weltweit bekannt ist.

Doch das Matterhorn ist keine gleichmäßige Pyramide. Mehrere steile Felswände und markante Grate treffen am Gipfel aufeinander. Ändert sich der Standort, verschieben sich diese Konturen optisch – und der Berg bekommt scheinbar eine andere Form.

Von Italien sieht das Matterhorn ganz anders aus

Besonders deutlich wird das auf der anderen Seite der Grenze. Das Matterhorn liegt zwischen der Schweiz und Italien. Vom italienischen Ferienort Breuil-Cervinia aus wirkt der Gipfel breiter und massiver als aus Richtung Zermatt.

Die Bergsteigerin Paola Tavoletti bestieg das Matterhorn 1995 über die italienische Route. Im offiziellen Matterhorn-Blog von „Zermatt Tourismus“ beschreibt sie den Unterschied: Von Zermatt aus erscheine ihr der Berg als luftige, in den Himmel ragende Form. Von Cervinia aus wirke er dagegen schwerer und massiver. Wer nur das klassische Schweizer Postkartenmotiv kennt, könnte deshalb bei einem Foto aus Italien beinahe einen anderen Berg vermuten.

Matterhorn
iStock / drnn

Vier Grate prägen die besondere Form

Entscheidend sind auch die vier Hauptgrate. „Zermatt Tourismus“ nennt den Hörnligrat, Furggengrat, Zmuttgrat und Liongrat. Sie laufen in Richtung Gipfel zusammen und trennen die verschiedenen Flanken voneinander.

Der Hörnligrat befindet sich auf der Schweizer Seite und ist die am häufigsten genutzte Route zum Gipfel. Der Liongrat führt dagegen von Italien hinauf. Je nach Blickrichtung treten andere Felswände und Grate hervor – entsprechend verändert sich die Silhouette.

Wie entstand die berühmte Pyramidenform?

Hinter der außergewöhnlichen Gestalt steckt eine Millionen Jahre lange Geschichte. Bei der Entstehung der Alpen wurden gewaltige Gesteinsmassen durch die Bewegung der Erdplatten verschoben und angehoben. Teile des Gesteins im oberen Bereich des Matterhorns stammen geologisch sogar von der afrikanischen Kontinentalplatte.

Anschließend formte die Erosion den Berg weiter. Vor allem Gletscher trugen über lange Zeit Material ab und arbeiteten die steilen Flanken und Grate heraus. So entstand die charakteristische Form des Matterhorns.

Matterhorn
iStock / Philipp Wein

Wo gibt es den berühmten Matterhorn-Blick?

Rund um Zermatt gibt es zahlreiche Aussichtspunkte. Besonders bekannt ist der Gornergrat auf mehr als 3.000 Metern Höhe. Schon während der Fahrt mit der Zahnradbahn verändert sich die Perspektive auf das Matterhorn immer wieder.

Einen spektakulären Blick gibt es auch vom Klein Matterhorn. Trotz seines Namens handelt es sich um einen eigenständigen Berg. Dort befindet sich das Matterhorn Glacier Paradise mit Europas höchstgelegener Bergbahnstation auf 3.883 Metern Höhe, wie Zermatt Tourismus informiert.

Das Kuriose am Matterhorn ist deshalb ausgerechnet sein enormer Wiedererkennungswert: Fast jeder kennt die berühmte Silhouette. Doch ein Wechsel der Perspektive genügt – und plötzlich zeigt der bekannteste Berg der Schweiz ein völlig anderes Gesicht.

Quellen: Eigene Recherche, Wikipedia, Zermatt Tourismus

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