Politik

Doppel-Präsenz der AfD-Chefs: Warum zeigen ARD und ZDF parallele Sommerinterviews?

Berlin direkt - Sommerinterview 2026
ZDF / Brand New Media

An jedem Sonntag zeigen ARD und ZDF derzeit Sommerinterviews. In dieser Woche kommt es zu einer ungewöhnlichen Programmierung: Auf beiden Sendern kommt es zu einer Doppel-Präsenz der AfD‑Chefs. Was steckt dahinter?

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Kurz vor den Landtagswahlen bekommt die AfD noch einmal viel Aufmerksamkeit im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Am Sonntagabend sind gleich beide Parteichefs in den traditionellen Sommerinterviews zu sehen: Tino Chrupalla stellt sich den Fragen in der ARD, wenig später folgt Alice Weidel im ZDF. Eine ungewöhnliche Doppel-Präsenz – die laut den Sendern jedoch nicht bewusst so geplant wurde.

Ungewöhnliche Doppel-Präsenz der AfD bei ARD und ZDF

Den Anfang macht Tino Chrupalla am Sonntag um 18 Uhr im Ersten. Im „ARD-Sommerinterview“ wird der AfD-Chef von Markus Preiß befragt. Nur etwas mehr als eine Stunde später folgt seine Co-Vorsitzende Alice Weidel: Um 19.10 Uhr sitzt sie im „ZDF-Sommerinterview“ Stephanie Liebsch gegenüber. Damit stehen innerhalb kurzer Zeit gleich beide AfD-Bundessprecher zur besten Sendezeit im Mittelpunkt.

Besonders brisant ist der Zeitpunkt: Am 6. September wird in Sachsen-Anhalt ein neuer Landtag gewählt. Die AfD spielt im dortigen Wahlkampf eine zentrale Rolle und liegt in den Umfragen deutlich vorn. Zwei Wochen vor der Abstimmung dürften die beiden Fernsehauftritte deshalb besonders aufmerksam verfolgt werden.

Dass ARD und ZDF ausgerechnet am selben Tag jeweils einen der beiden AfD-Chefs eingeladen haben, sei allerdings keine gemeinsame Aktion. Beide Sender planen ihre Sommerinterviews unabhängig voneinander.

Gegenüber der „Funke Mediengruppe“ erklärt die ARD: „Zu den Sommerinterviews sind der Bundeskanzler sowie die Parteivorsitzenden der im Bundestag vertretenen Parteien eingeladen. Sofern es zwei Parteivorsitzende gibt (AfD, Grüne, SPD, Linke), geht ein Parteivorsitzender zur ARD und einer zum ZDF. Für gewöhnlich finden dabei nicht am gleichen Tag Interviews mit den Parteivorsitzenden einer Partei statt. Manchmal lassen die Terminkalender jedoch keine andere Wahl. So kommt es in diesem Jahr aus terminlichen Gründen zu dieser Überschneidung.“

Der Sender teilt mit, dass die Interview-Reihen unabhängig voneinander geplant werden und sich Termine deshalb auch überschneiden könnten. Auch das ZDF verweist darauf, dass beide öffentlich-rechtlichen Sender ihre Gespräche eigenständig planen.

Ganz glücklich scheint man bei den beiden Sendern mit der ungewöhnlichen Konstellation dennoch nicht zu sein. Für die AfD bedeutet das eine hohe Präsenz an einem einzigen Abend. Erst Tino Chrupalla in der ARD, danach Alice Weidel im ZDF – und das ausgerechnet mitten in der heißen Phase vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.

Doch auch bei der Partei hält sich die Begeisterung in Grenzen: „Die Terminsuche stellt Sender und auch die Politiker vor gewisse Herausforderungen. Es sind zwei verschiedene Sender mit zwei verschiedenen Büros auf Terminsuche, da kann es passieren, dass die beiden AfD-Vorsitzenden am selben Tag die Interviews absolvieren“, sagt Weidels Sprecher Daniel Tapp gegenüber der „Funke Mediengruppe“. Ob die ungewöhnliche TV-Doppelpackung Einfluss auf den Wahlkampf hat, dürfte sich spätestens am 6. September zeigen.

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