Kurz vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt wird der Ton rauer – und jetzt liefert sich AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund ein hitziges Wortgefecht mit „heute-show“-Reporter Fabian Köster. Vor laufenden Kameras schenken sich die beiden nichts.
In Sachsen-Anhalt beginnt der Endspurt vor der Landtagswahl. In etwas mehr als zwei Wochen entscheiden die Wähler über die künftigen politischen Kräfteverhältnisse. Besonders im Fokus steht dabei die AfD: 13 Jahre nach ihrer Gründung könnte die Partei erstmals den Sprung in eine Landesregierung schaffen. Laut Umfragen könnte die Partei sogar die absolute Mehrheit erreichen.
Spitzenkandidat Ulrich Siegmund kann demnach der erste AfD-Ministerpräsident werden. An einem Stand seiner Partei wurde der Politiker von ZDF-Moderator und Kabarettist Fabian Köster angesprochen. Und was dann folgte, war ein heftiger Schlagabtausch – und dieser ging in den sozialen Netzwerken viral.
„Was machst du, wenn die GEZ weg ist? Normal arbeiten gehen, könnt ihr das?“
Dabei beginnt die Begegnung zunächst freundlich. Fabian Köster geht mit seinem Mikrofon auf Ulrich Siegmund zu, beide begrüßen sich lächelnd per Handschlag. Doch der AfD-Politiker geht sofort in die Offensive: „Was machst du, wenn die GEZ weg ist? Normal arbeiten gehen, könnt ihr das?“
Fabian Köster kontert und will seinerseits Antworten. Zunächst spricht er Ulrich Siegmund auf einen AfD-Kandidaten an, der Medienberichten zufolge bei einer Sonnenwendfeier Lieder der Hitlerjugend gesungen haben soll. Auch der Auftritt von Ulrich Siegmund, bei dem er gemeinsam mit AfD-Chef Tino Chrupalla die DDR-Hymne sang, wird zum Thema. Fabian Köster provoziert: „Müssen Sie sich langsam nicht mal entscheiden, von welcher Diktatur Sie Fan sind?“
Ulrich Siegmund zeigt sich wenig beeindruckt: „Das war jetzt so ein bisschen schwach, ehrlich gesagt. Ich dachte, sie sind kreativ!“ Fabian Köster antwortete darauf: „Wie wär’s mit auf-die-Frage-antworten?“
„Das ist jetzt wirklich unterste Schublade“
Doch das Wortgefecht geht in die nächste Runde. Auch beim Thema Fachkräftemangel geraten die beiden aneinander. Fabian Köster konfrontiert Ulrich Siegmund mit der Migrationspolitik seiner Partei und provoziert mit einem Beispiel aus dem Gesundheitswesen. Für Ulrich Siegmund geht das zu weit: „Ich dachte, es wird witzig, aber das ist jetzt wirklich unterste Schublade.“
Kurz vor der Abreise von Ulrich Siegmund nimmt Fabian Köster schließlich die Finanzierung des AfD-Programms ins Visier und behauptet, jährlich würden rund 2,2 Milliarden Euro fehlen. Der AfD-Politiker verweist auf deutlich höhere Summen auf Bundesebene.

ZDF-Reporter Fabian Köster – Foto: ZDF / Fabian Stuertz
Fabian Köster legt anschließend noch einmal nach und fragt spöttisch, ob sich Ulrich Siegmund das benötigte Geld möglicherweise bei Wladimir Putin leihen wolle. Dabei provoziert der „heute-show“-Reporter mit den Worten: „Was ist das eigentlich: queerfeindlich zu sein, aber bei so einem russischen Sugar-Daddy wird man geil?“ Ulrich Siegmund will daraufhin wissen, was Fabian Köster überhaupt mit „queerfeindlich“ meine. Der verweist auf den CSD – worauf der AfD-Politiker mit einer ironischen Gratulation reagiert.
Zum Abschluss landet das Gespräch wieder beim öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ulrich Siegmund macht seine Position deutlich: „Wir lieben unser Land – damit haben Sie nichts am Hut. Aber das ist überhaupt nicht schlimm, das unterscheidet uns. Und deswegen muss ich mich wiederholen: Weg mit der Zwangsabgabe!“
Später stellte der AfD-Politiker einen gekürzten Mitschnitt der Begegnung bei Instagram online – einige Passagen fehlen darin. Für Aufmerksamkeit sorgte der Schlagabtausch trotzdem: Der Clip kam bereits auf mehr als 1,4 Millionen Aufrufe. Das Urteil von Ulrich Siegmund über den Auftritt von Fabian Köster lautet „ausbaufähig“.















































