Seit Jahrzehnten gilt das SchwuZ als feste Größe in der queeren Kultur in Berlin. Doch steht der älteste LGBTQIA+-Club Deutschlands möglicherweise vor dem Aus? Das Lokal kämpft ums Überleben und hat nun Insolvenz angemeldet.
Das SchwuZ in Berlin gibt es seit rund 50 Jahren – und ist einer der Hotspots in der queeren Community in der Hauptstadt. Die wirtschaftlichen Probleme hatten sich in den vergangenen Jahren zugespitzt. Das SchwuZ hatte darauf reagiert und musste bereits viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entlassen. Doch das reicht offenbar nicht aus: Die finanzielle Lage sei katastrophal – aus dem Grund meldete das SchwuZ nun Insolvenz an.
„Gemeinsam können wir queere Räume retten“
„SchwuZ steht vor der Insolvenz – aber gemeinsam können wir queere Räume retten! Dank eurer Geschichten, Empathie und Energie wissen wir: Es muss weitergehen. Wir brauchen sichere Orte für Begegnung, Austausch und wildes Feiern“, schrieb der Club bei Instagram.
Nach dem Insolvenzantrag hat die vorläufige Insolvenzverwalterin Susanne Berner von der Kanzlei „Dr. Berner & Partner Rechtsanwälte“ die Gründe für die wirtschaftlichen Schwierigkeiten genannt. „Die Schwuz Kulturveranstaltungs GmbH sieht sich infolge der anhaltenden Nachwirkungen der Corona-Krise sowie des allgemeinen ‚Club-Sterbens‘ in Berlin mit erheblichen Umsatzrückgängen konfrontiert“, heißt es in einer Mitteilung.
Trotz vieler Maßnahmen und einem Personalabbau habe sich die finanzielle Situation nicht gebessert. Ganz im Gegenteil: Das SchwuZ ist in so großen Nöten, dass man laut dem RBB nicht mal die laufenden Verbindlichkeiten decken kann – die Gehälter der Mitarbeiter seien bis Ende September jedoch gesichert.
„Das Schwuz ist weit mehr als ein Club – es ist ein sicherer Ort für queere Kultur, Vielfalt und Sichtbarkeit. […] Gerade in Zeiten, in denen kulturelle Einrichtungen zunehmend unter Druck geraten, ist es umso wichtiger, nach Sanierungslösungen für den Erhalt dieses besonderen Ortes zu suchen“, so Susanne Berner.
Erst kürzlich musste LGBTQ-Club „Die Busche“ in Berlin schließen
Das SchwuZ in Berlin ist nicht der einzige queere Club, welcher mit finanziellen Problemen zu kämpfen hat. Erst kürzlich musste „Die Busche“ in Berlin schließen, KUKKSI berichtete. Der Grund für die Schließung seien die zu hohen Kosten gewesen. „Strom, Gema, Versicherungen, Müllabfuhr, Miete, Lohnkosten. Das kann man als kleines Unternehmen nicht mehr auffangen. […] Wir können diese ganzen Kosten nicht umlegen“, sagt Betreiberin Carla Pahlau in einem Interview mit der B.Z.


















































