Schon bei der Fußball-WM 1994 in den USA wurden Partien bei bis zu 40 Grad im Schatten ausgetragen. Für Spieler und Fans waren das extreme Bedingungen. Jetzt wächst auch vor der WM 2026 in den USA, Mexiko und Kanada die Sorge: Experten warnen eindringlich vor der gefährlichen Hitze in den Stadien. Doch welche Regeln gelten eigentlich bei extremen Temperaturen?
Mehrere Wissenschaftler haben einen offenen Brief an die Fifa verfasst und darin scharfe Kritik am Weltverband geübt. Grund: Die hohen Temperaturen in vielen WM-Stadien könnten für die Spieler zur ernsthaften Gesundheitsgefahr werden.
„Es fällt schwer, die lobenswerten Vorsätze der Fifa damit in Einklang zu bringen, dass man ganz offensichtlich keine aktuellen Forschungsergebnisse zu den steigenden Risiken für Spieler weltweit durch die Klimakrise und extreme Hitze berücksichtigt hat, um die 2015 herausgegebenen Richtlinien auf den neuesten Stand zu bringen. […] Wir sind besorgt, dass die aktuellen Fifa-Richtlinien nicht ausreichen und die Spieler bei der WM 2026 einem großen Risiko aussetzen“, heißt es in dem Schreiben.
Hohe Temperaturen: Ab wann wird ein Spiel abgesagt?
Besonders brisant: Forschende warnen davor, dass in 14 der 16 genutzten Arenen gesundheitsgefährdende Temperaturen erreicht oder sogar überschritten werden könnten. Damit stellt sich die Frage: Ab wann wird ein Spiel eigentlich abgesagt?
Genau darin sehen die Experten das größte Problem. Denn feste Regeln für Spielabbrüche oder Absagen wegen extremer Hitze gibt es bislang nicht. Aktuell liegt die Entscheidung im Ermessen der Schiedsrichter – in Abstimmung mit den beteiligten Mannschaften.
Zwar hat die Fifa bereits erste Maßnahmen angekündigt, doch vielen gehen diese nicht weit genug. Eine klare Regelung für Spielabbrüche bei extremer Hitze existiert im offiziellen Regelwerk nicht. Für die WM 2026 gilt bislang lediglich: Ab Temperaturen von 32 Grad sollen die Verantwortlichen beraten, welche zusätzlichen Vorsichtsmaßnahmen notwendig sind, um medizinische Notfälle zu verhindern. Kritiker halten diese Vorgabe für viel zu ungenau.
Offenbar reagierte die Fifa auch deshalb bereits im Vorfeld und beschloss mehrere Maßnahmen. So sollen bei der WM verpflichtende Trinkpausen von jeweils drei Minuten pro Halbzeit eingeführt werden – unabhängig vom Wetter. Außerdem werden bei allen Spielen unter freiem Himmel klimatisierte Sitzbereiche für Trainerstäbe und Ersatzspieler bereitgestellt. Den Experten reicht das allerdings nicht.
Andrew Simms vom „New Weather Institute“ erklärte gegenüber BBC Sport: „Die Sicherheit der Spieler ist eine große Sorge, denn bei Überhitzung kann es schnell ernst werden. […] Wir sind besorgt, dass die Fifa rücksichtslos mit der Gesundheit und Sicherheit der Spieler umgeht.“
















































