Eine heiße Tasse Tee sorgt besonders an kalten Tagen für gemütliche Momente. Doch bei der Zubereitung gibt es eine Angewohnheit, die viele Menschen haben: Sie drücken den Teebeutel am Ende kräftig aus. Was eigentlich für mehr Geschmack sorgen soll, kann jedoch einen unerwünschten Effekt haben.
Ob morgens zum Frühstück, nach einem stressigen Arbeitstag oder gemütlich auf dem Sofa: Tee gehört für viele Menschen einfach dazu. Dabei landet der Teebeutel nach dem Ziehen nicht immer sofort im Müll. Stattdessen wird er häufig mit einem Löffel gegen den Tassenrand gepresst, damit auch der letzte Tropfen im Getränk landet. Doch ist das wirklich eine gute Idee?
Warum das Ausdrücken des Teebeutels den Geschmack verändern kann
Vor allem bei schwarzem und grünem Tee spielen sogenannte Gerbstoffe eine wichtige Rolle. Diese natürlichen Pflanzenstoffe können dafür sorgen, dass das Getränk herb schmeckt und ein leicht trockenes Gefühl im Mund hinterlässt.
Beim Auspressen gelangt die Flüssigkeit, die sich noch im Teebeutel befindet, ebenfalls in die Tasse. Dadurch kann sich der Geschmack etwas verändern. Allerdings ist dieser Effekt meist gering. Viel entscheidender ist, wie lange der Tee im heißen Wasser bleibt.
Wer einen besonders milden Tee bevorzugt, sollte deshalb vor allem auf die empfohlene Ziehzeit achten. Denn mit zunehmender Dauer werden weitere Inhaltsstoffe aus den Teeblättern gelöst.

Bei Fencheltee gibt es eine Besonderheit
Etwas anders sieht es bei Fencheltee aus. Die Pflanze enthält von Natur aus den Stoff Estragol, der wegen möglicher gesundheitlicher Risiken kritisch bewertet wird. Insbesondere für Schwangere, Stillende und kleine Kinder wird deshalb zur Vorsicht beim Konsum von Fencheltee geraten.
Durch das Ausdrücken könnte zusätzliche Flüssigkeit mit gelösten Pflanzenstoffen in die Tasse gelangen. Ob dadurch tatsächlich eine relevante zusätzliche Menge Estragol aufgenommen wird, ist jedoch nicht ausreichend belegt. Eine Expertin erklärt jedoch: „Wenn man den Teebeutel ausdrückt, gelangt das Estragol vermehrt in das Getränk“, sagt Molekularbiologin Lisa Hitschler von Öko-Test laut „heute.at“.
Wie lange sollte Tee eigentlich ziehen?
Auch bei der Ziehzeit gibt es deutliche Unterschiede. Grüner Tee benötigt je nach Sorte häufig nur zwei bis drei Minuten und wird meist mit etwa 70 bis 80 Grad heißem Wasser aufgegossen. Schwarzer Tee verträgt höhere Temperaturen und zieht üblicherweise drei bis fünf Minuten. Bei Kräuter- und Früchtetees sollte dagegen sprudelnd kochendes Wasser verwendet und die angegebene Ziehzeit eingehalten werden.
Wer seinen Tee möglichst aromatisch genießen möchte, sollte sich deshalb an die Empfehlungen auf der Verpackung halten. Den Teebeutel anschließend einfach abtropfen zu lassen, reicht völlig aus. Kräftiges Auspressen ist für eine leckere Tasse Tee jedenfalls nicht notwendig.


















































