Dieser Streifen aus der DDR schrieb Filmgeschichte! „Coming Out“ war der einzige DDR-Spielfilm, der Homosexualität in den Mittelpunkt stellte. Doch nicht nur das macht den Film besonders: Seine Premiere feierte das Drama ausgerechnet am Tag des Mauerfalls. Jetzt ist der bewegende Streifen auch in der ARD Mediathek zu sehen.
Der 9. November 1989 ging als einer der bedeutendsten Tage der deutschen Geschichte ein. Während sich die Grenzen zwischen Ost- und West-Berlin öffneten, feierte im Ost-Berliner Kino International ein außergewöhnlicher Film seine Premiere: „Coming Out“ von Regisseur Heiner Carow. Was damals niemand ahnen konnte: Noch am selben Abend würde sich die politische Welt grundlegend verändern.
„Coming Out“ schrieb Filmgeschichte in der DDR
Das Drama gilt als erster und einziger DEFA-Spielfilm, der Homosexualität ausdrücklich in den Mittelpunkt seiner Handlung stellte. Und das war ein bemerkenswerter Schritt: Zwar war gleichgeschlechtliche Liebe nicht mehr strafbar, aber homosexuelle Menschen wurden weiterhin mit Vorurteilen und Ausgrenzung konfrontiert.
Regisseur Heiner Carow erzählte keine gewöhnliche Liebesgeschichte. Vielmehr ging es ihm um einen Menschen, der mit seinen eigenen Gefühlen ringt und seinen Platz in der Gesellschaft sucht. Der Film thematisiert dabei auch Diskriminierung und die Schwierigkeiten, offen homosexuell zu leben.
Besonders kurios bleibt die historische Ironie: Während die Hauptfigur im Film um persönliche Freiheit kämpft, erleben die Menschen außerhalb des Kinos einen politischen Umbruch – welcher die DDR wenige Monate später verschwinden lassen sollte.
Auch mehr als drei Jahrzehnte nach seiner Premiere hat der Film nichts von seiner Bedeutung verloren. Für seine einfühlsame Auseinandersetzung mit Homosexualität und gesellschaftlicher Ausgrenzung wurde „Coming Out“ bei der Berlinale 1990 unter anderem mit einem Silbernen Bären ausgezeichnet.

Darum geht es in dem DDR-Drama „Coming Out“
Im Mittelpunkt steht der junge Lehrer Philipp Klarmann (Matthias Freihof), der in Ost-Berlin lebt und mit seiner Kollegin Tanja (Dagmar Manzel) eine Beziehung beginnt. Doch ein Wiedersehen mit seinem früheren Freund Jakob bringt Gefühle zurück, die Philipp lange verdrängt hat.
Als er wenig später in einer Schwulenkneipe Matthias (Dirk Kummer) kennenlernt, verliebt er sich in den jungen Mann. Philipp gerät zunehmend in einen inneren Konflikt. Einerseits möchte er seine Beziehung zu Tanja nicht aufgeben, andererseits kann er seine Gefühle für Matthias nicht länger ignorieren.
Schließlich führt er ein Doppelleben, das für alle Beteiligten schmerzhafte Folgen hat. Während Tanja ein Kind erwartet, muss Philipp eine Entscheidung treffen und sich mit seiner eigenen Identität auseinandersetzen.
„Coming Out“ jetzt in der ARD Mediathek
Wer das bewegende DDR-Drama sehen möchte, hat jetzt die Gelegenheit dazu: „Coming Out“ ist in der ARD Mediathek kostenlos abrufbar. Der Film hat eine Laufzeit von rund 108 Minuten und bietet einen eindrucksvollen Einblick in das Leben homosexueller Menschen in der DDR.


















































