Am Ballermann wird gefeiert, getanzt und der Alltag für ein paar Stunden vergessen. Doch was passiert, wenn plötzlich politische Botschaften zwischen den Partyhits auftauchen? Für Mallorca-Star Isi Glück ist die Antwort eindeutig. Die Sängerin möchte ihre Musik aus politischen Debatten heraushalten.
Mit Songs wie „Delfin“ oder „Oberteil“ bringt Isi Glück (35) regelmäßig Tausende Menschen im Megapark auf Mallorca zum Feiern. Für die Sängerin steckt hinter den ausgelassenen Auftritten jedoch mehr als nur Partystimmung. Sie möchte ihrem Publikum eine unbeschwerte Zeit ermöglichen – fernab von Sorgen, schlechten Nachrichten und politischen Auseinandersetzungen.
„Die Leute kommen zu meinen Auftritten, um diesen ganzen Kram mit Politik und so mal kurz zu vergessen, was gerade so in der Welt und in Deutschland passiert. Und ich glaube, dafür ist Ballermannmusik prädestiniert“, erklärt Isi Glück im Podcast „{ungeskriptet}“. Diese Einstellung hat für die Künstlerin auch Konsequenzen. Denn selbst eine Zusammenarbeit, die ihr viel öffentliche Aufmerksamkeit eingebracht hätte, lehnte sie ab.
Carolin Kebekus bekommt von Isi Glück eine Absage
Komikerin Carolin Kebekus (46) hatte für ihren Song „Blau“, der sich gegen die AfD richtet, Unterstützung aus der Ballermann-Szene gesucht. Auch Isi Glück erhielt eine entsprechende Anfrage. Doch die Sängerin machte schnell deutlich, dass sie sich an dem Projekt nicht beteiligen möchte. Nach eigenen Angaben war ihre Entscheidung bereits nach fünf Minuten gefallen.
„Ich stehe für Party, gute Laune und ein Delfin in der Bauchtasche, und wenn ich dann plötzlich mit irgendeinem Anti-AfD-Song komme, dann passt das einfach nicht zu meiner DNA auf der Bühne“, begründet Isi Glück ihre Absage. Dabei ging es der Sängerin nach eigener Darstellung nicht darum, möglichst wenig anzuecken. Vielmehr wollte sie ihrer bisherigen Linie treu bleiben. Auch die Aussicht auf zusätzliche Schlagzeilen änderte daran nichts.
„Ich will nicht jede Schlagzeile auf Krampf mitnehmen, nur um in den Fokus zu geraten. Das ist eine Entscheidung, die ich einmal für mich getroffen habe, dass meine Musik immer unpolitisch bleibt“, betont Isi Glück. Eine politische Botschaft über ihre Musik zu verbreiten, kommt für den Mallorca-Star deshalb nicht infrage. Dazu findet Isi Glück deutliche Worte: „Wenn ich politische Statements setzen wollen würde […], dann wäre ich Politikerin geworden und nicht Ballermannsängerin.“

Bei Rassismus und Diskriminierung hört für Isi Glück der Spaß auf
Dass Isi Glück ihre Musik bewusst unpolitisch halten möchte, bedeutet allerdings nicht, dass sie bei jedem Partytext mitmachen würde. Gerade in der Ballermann-Szene sorgen provokante Lieder immer wieder für Diskussionen. Für die Sängerin gibt es dabei Grenzen, die nicht überschritten werden sollten.
„Alles, was mit Rassismus zu tun hat. Alles, was mit Diskriminierung zu tun hat. (…) Da kann man das auch mit Humor nicht mehr reinwaschen und wegwischen und sagen: Ha, ist doch Satire, ist doch alles Humor.“
Auch die Aufregung um den umstrittenen Partyhit „Layla“ sieht Isi Glück kritisch. Die damaligen Verbotsdebatten hätten nach ihrer Einschätzung eher das Gegenteil bewirkt und den Song noch populärer gemacht.
Für Isi Glück bleibt der Ballermann damit vor allem ein Ort, an dem Menschen gemeinsam feiern sollen. Politische Kampagnen möchte sie nicht zum Bestandteil ihrer Auftritte machen. Bei diskriminierenden Inhalten zieht sie dagegen eine klare Grenze.

















































